PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wanderkajak? nur welches?


Nightflyer
17.02.2005, 16:35
Hallo mal wieder.

Da nun langsam der sommer vor der Tür steht, möchte ich mir gerne ein wanderkajak zulegen. Das Problem dabei: Ich <-- Student, was heißt, kaum Geld. Der Preis sollte also etwa bei 300 - 400 € angesiedelt sein.

Mein Wunschkajak ist das http://www.prijon.de yukon expedition, aber das ist grade nun illusorisch teuer.

Eine günstige alternative ist zwar http://www.pmg.kylos.pl ( Modell explorer), aber leider ist dies meiner Meinung nach nich grade für kleiner Flüsse ( eventuell auch mal flach und schnell ( ganz leichtes Wildwasser ) ) geeignet, da es einen V boden hat.

Nebenbei: Hab noch keine Kajak erfahrung. wollt aber damit anfangen zu wanderkajaken :D

Weiß jemand, wo man ein passendes Kajak herbekommt? auch gebraucht? irgendwelche billiganbieter?

Danke

Bye
Nightflyer

Waldhoschi
17.02.2005, 19:33
Hi, vorschlag: Besorg dir auf nem Kanu Flohmarkt erst mal ein gebrauchtes GFK und mach ein paar Touren. Welches Kajak für dich das richtige ist kommt sehr von deiner Konstitution und deiner Übung ab. Alternativ zu Prijon yukon sind die Lettmann Kajaks. Die sind zwar gehobene Klasse, aber wenn ich schon ein teures Boot kaufe, dann musses nicht unbedingt "nur" ein Prijon sein. Das Lettmann hast du sicherlich dein Leben lang :)

Ewald
17.02.2005, 20:09
Als Anfänger würde ich erst einmal einem örtlichen Kanuverein, einem
Bootsverleiher oder einem Bootsverkäufer/Bootshersteller, die meistens Gebrauchtboote haben, vertrauen.
Die bieten in der Regel zum Saisonstart Testveranstaltungen an.
Hier kannst du erstmal checken und Probefahren.

300-400 € Obergrenze?
Bedenke bitte die Basiskosten der (Erst) Bootsausrüstung für:
Paddel, Steueranlage, Schwimm-Weste, Bekleidung, Spritzdecke, Bootswagen, Pkw-Träger und ggf. Auftriebskörper, Kompass, Wurfsack
und wasserdichter Outdoor-Ausrüstung.

Gut ist salzwasser (http://www.salzwasserunion.de)

Gruß,Ewald

Nightflyer
18.02.2005, 03:02
Wie gesagt, das Prijon ist wunschdenken.

Wichtig ist mir persönlich, das das Kajak einen abgeschotteten Stauraum hat, und eventuell solche Netze oben drauf. U - Förmiger Boden und Platik (?) sollte es auch sein.

Ja gut, die komplette Anfangsausrüstung wird so nach und nach angeschafft. Schwimmweste hab ich noch vom Segeln, Kajak kommt aufs dach vom Auto, Steueranlage, weiß ich nicht, ob ich sowas überhaupt haben will, da doch auch auf recht flachen flüssen mit ein paar untiefen gefahren werden soll.

Waldhoschi
18.02.2005, 10:53
Moinsen,
wenn du ein Prijon Yukon oder etwas vergleichbares ab 450 cm fahren willst und nicht die Erfahrung hast, kann es ziemlich schwierig mit dem Lenken ohne Steuereinheit werden. Warum muss das Boot unbedingt aus PE sein?
Wir haben u.a. daheim ein uraltes GFK Kajak stehen, dass mich noch nie im Stivh gelassen hatte und mit seiner Doppelfischform sogar bis ww2 geeignet ist. Das Gerät hatte ich wenn ich mich recht erinnere für 10 € oder 20 Mark auf einem Kanuflohmarkt erstanden.

Henri
18.02.2005, 13:17
mmh, also von sport schroeer gibt es jedes jahr einen gebrauchtbootmarkt. So weit ich mich erinnere kannst du aber dort im geschäft "gebrauchte" kajaks kaufen. Kannst dich ja einfach mal erkundigen.... ist in Unna massen... Ist schon ne Zeit lang her, dass ich da war
www.sport-schroeer.de
Wenn mich nicht alles täuscht, aber ich meine Spritzdecken sind eigentlich immer mit dabei. Und Schwimmweste (es sei denn WW) oder Kompass sind nicht erforderlich, da es ja um flüsse geht-

Rike

Nightflyer
18.02.2005, 13:20
Tach auch,

das Boot muss net umbedingt aus Plastik (PE?) sein. Dachte, das das vielleicht billiger ist.
Wie verhält sich den so eine Steueranlage im Flachen Wasser?

Was ist eine Doppelfischform und ww2?http://www.click-smilies.de/sammlung0304/traurig/sad-smiley-057.gif

Wie gesagt, bin Newbi auf diesem Gebiet. Geübt wird in nem Talsperrensee und auf der schönen Ruhr.

@Henri

Danke, da werd ich im April mal vorbeischauen, vielleicht findet sich ja da nen Schnäpchen :D

Bye
Nightflyer

Lodjur
18.02.2005, 13:23
Hi Nightlyer, du schreibst das du z.B deine Weste vom Segeln nutzen willst. Wenn das eine der ueblichen ohnmachtssicheren Rettungswesten ist kannst das vergessen. Ueberleg mal wie du im Kajak sitzen wirst, da muss es schon eine dieser Sitzhaltung und den Platzverhaeltnissen angepasste Weste sein. Und sollte er dran sein der sperige Kragen kannste das auch vergessen. Mit den normalen Westen kann man kaum paddeln. Und ueberhaupt solltest du an die Basisausruestung nicht zu schlappe Masstaebe anlegen. Die nimmst du von Boot zu Boot mit und da nur Schrott oder Billigteile machen wenig Freude und koennen eine Tour auch mal zum scheitern bringen. Beispiel Packsaecke: Gute sind teuer! Ersatzweise z.B. Muellsaecke selbst doppelt oder dreifach halten wenn es hoch kommt 2 Tage. Du auf Langfahrt, es schuettet und bald ist die gesamte Ausruestung nass, das Essen schwimmt usw. Nur mal so als Denkanstoss. Nicht am falschen Ende sparen. Lieber erstmal ein
preiswertes Gebrauchtboot um anzutesten ob das dir alles wirklich gefaellt.
ine Steueranlage ist wirklich sehr hilfreich, gerade fuer den Anfaenger. Wenn es flach wird klappt das Blatt automatisch hoch oder man zieht es direkt ganz hoch und legt es fest. Und vergiss erstmal Wildwasser! Da hast du als Neuling eh noch nichts drin verloren und mit Gepaeck schon gar nicht! Auf einem See ordentlich Wind und dadurch auch Wellen kann schon unangenehm bis gefaehrlich werden, das hat aber nichts mit WW zu tun. Das ist ne andere Baustelle :) .

CU Bernd

Ranger
18.02.2005, 13:24
und ww2?

Steht für Wildwasser 2

Es gibt glaub ich 5 Stufen von 1-5 wobei 5 nicht mehr so gut befahrbar ist... (steinigt mich wenn ich was falsches schreibe *g* )

Ranger

Nightflyer
18.02.2005, 13:54
@Lodjur

Schwimmweste hab ich vom Segeln so eine selbstaufblasende. Ganz bequem zu tragen und hat auch damals schon ne Menge Geld gekostet. (/ Die großen Rot - Orangen hab ich auch noch, die mein ich aber net :D
Sicherlich wird auch die Erstausrüstung ne Menge Kosten, aber das wird je nach Dringlcihkeit nach und nach angeschafft.
Dieses Jahr würde eh nur auf Ruhr und Talsperren rumgekurvt. Muss das ja auch erst mal selbst lernen. In ferner Zukunft möchte ich damit zum Klarelven nach Schweden, aber das ist allein schon finanziell gesehen noch in weiter ferne :(

WW interessiert mich dabei auch net weiter, es ging mir in erster Linie um Flache Flüsse, wo auch mal kleinere Stromschnellen kommen können.

Für ein neues Boot werde ich eh kein Geld haben, insofern ist auch ein Gebrauchtboot vollkommen ausreichend. Leider habe ich bisher kaum Gebrauchtboote in meiner Preisklasse mit meinen wünschen ( Abgeschottete Luken ) gesehen, und wenn waren sie zu teuer.

@ Ranger
Danke für die erklährung :D

Waldhoschi
18.02.2005, 14:52
Moinmoine, gewögnlicherweise verwendet man keine Rettungswesten sondern sogenannte Schwimmhilfen oder Schwimmwesten. Die haben einen Auftrieb von zwischen 60 und 100 Newton für einen Erwachsenen. Sie sind im GEgensatz von Rettungswesten und Automatikwesten wie du eine hast "nichtderehend" und nicht "ohnmachtssicher". Das erste resultiert aus dem relativ geringen Auftrieb und das zweite aus dem fehlenden Kragen., Aber das ist beides so gewollt. Wenn du dich zum Bleistift mit dem Kajak kopfüber nach unten verkeilst hast du bei einer Automatikweste, die dich dann noch zusetzlich "feststöpselt" ein lebensgefählrliches Problem.
Ich würde auf größeren Touren auf jeden Fall eine Schwimmweste mitnehmen. Man weiß wirklich nie, auf welche Umgebung man trifft. Da kann es sein, dass du aus einem Altrheinarm auf einen kleinen See fährst und plötzlich von Böhen erfasst wirst. Kentersicher muss dein Boot nicht unbedingt sein. Das ist quasi enie Norm, bei der unter anderem feststeht, das mindestens zwei abgeschottete Bootsabteile bestehen. Für den Bootsauftrieb beim Kentern sorgen Kenterschöäuche, das sind Gummitüten, die in die Bootsspitze geschoben und aufgeblasen werden. Willst du dir das sparen kannst du dir auch einfach Kinderspielbälle hineinklemmen.
Für WAnderkajaks ist GFK übrigens beser geeignet, da es einen geringeren Strömungswiderstand bietet und sich so für Ermüdungsfreies Paddeln eignet.

Ich versuch mal meinen Vater dafür zu begeistern hier ein bissele zu Posten, der ist in dem Bereich wirklich skilled.


A paar Bildersche:
Wanderkajak PE

Vollbepacktes Lettmann mit Steueranlage und Pappi
http://www.stud.uni-karlsruhe.de/~ulbem/galerie/data/media/11/12.nov030.jpg

Lenkeinheit
http://www.stud.uni-karlsruhe.de/~ulbem/galerie/data/media/11/12.nov016.jpg

Stabile Wasserlage vollbepackt und besetzt. Es gilt hier desto mehr gepäck, desto sicherer.
http://www.stud.uni-karlsruhe.de/~ulbem/galerie/data/media/11/12.nov043.jpg

Allrounder GFK in Doppelfischform

Das ist Doppelfischform (symetrischer Strömungslinienaufbau zur Luke)
http://www.stud.uni-karlsruhe.de/~ulbem/galerie/data/media/13/00004.JPG

Genügend Stauraum auch für größere Touren.
http://www.stud.uni-karlsruhe.de/~ulbem/galerie/data/media/13/00033.JPG

mehr Bilder (http://www.stud.uni-karlsruhe.de/~ulbem/galerie/categories.php?cat_id=2)

Jens
18.02.2005, 17:01
Ich habe mich ebenfalls für eine selbastaufblasende Automatikweste entschieden. Natürlich muss die Tablette raus, damit sie sich nicht beim kleinsten bisschen Feuchtigkeit aufbläst.
Nachteil: Sie wärmt nicht (Im Sommer aber eher ein Vorteil)
Wenn man bewustlos wird (z. B. Kenterung, Kopf schlägt an Steine an o. ä.) kann man die manuelle Auslösung nicht mehr betätigen
Wenn die Weste aufgeblasen ist hängt man in Rückenlage im Wasser
Vorteil:
Sie ist klein, leicht und trägt nicht auf. D. h. man zieht sie eher an, wenn man eine Feststoffweste als unangnehm enpfindet und aus bequemlichkeit dann doch lieber ableg
Man kann mit einer aufblasbaren Weste besser schwimmen.

Die Vor- und Nachteile muss jeder für sich und seinen Einsatzzweck abwägen. Im Sommer auf trägen Flüssen und auf Seen ist die Aufblasbare sicher im Vorteil, im Wildwasser ist Feststoff Pflicht.

Wie immer gilt: <u>DAS</u> Beste gibt es nicht.

Hier (http://www.kuestenkanuwandern.de/kuestenkanuwandern.html) finden sich massig PDF-Dateien zum Thema Sicherheit im Boot.

Jens