PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : R.Nehberg und sein Dschungelausflug


Azul
07.07.2003, 15:32
Hallo Leute,


wollte mal fragen ob jemand mehr über R.Nehbergs neuen "Ausflug" weiss. Er wollte sich ja nur mit ner Badehose im Dschungel absetzen lassen und vorher noch bei Eingeborenen und dem Brasilianischen Militär ausbilden lassen.

Ich habe da gehört dass er bei diesen "Lehrgängen" von einem Kameraman begleitet wird und während seiner Dschungeltour auch eine Kamera dabei hat, um das anschliessend in einem Film zeigen zu können.
Weiss jemand da schon was von genauen Sendterminen zumindest von den vorhergehenden Ausbildungen.


Gruss
Azul

Finn
07.07.2003, 18:47
Hallo Azul,

schau einmal hier (http://forum.saloon12yrd.de/viewtopic.php/t.1929/) und für aktuelle Infos hier (http://www.ruediger-nehberg.de/ausgesetzt.htm).
Wegen dem Sendetermin... Ich glaube nicht, dass der schon steht. Es ist ja auch ungewiss, ob er überhaupt überlebt. Wenn er im Dschungel den Löffel abgeben sollte, dann müssen die ja auch erst einmal das Filmmaterial finden ;)

Gruß
Finn

Menelaos
07.07.2003, 23:38
@Finn
Also Finny, bitte, ja "den Löffel abgeben". Unser Rüdiger gibt einfach nicht den Löffel ab, das is nun mal so ... das is SEIN VERDAMMTER JOB!!
:bg: :bg:

Finn
08.07.2003, 09:31
*gg* stimmt. Aber was ist, wenn ein Ufo landet und er entführt werden würde?!

Gruß
Finn

Christian J.
08.07.2003, 12:33
@Finn
Also Finny, bitte, ja "den Löffel abgeben". Unser Rüdiger gibt einfach nicht den Löffel ab, das is nun mal so ... das is SEIN VERDAMMTER JOB!!
:bg: :bg:

Er kann ja keinen Löffel abgeben weil er nichtmal einen mithat. :bg:

Saloon12yrd
08.07.2003, 12:36
... das is SEIN VERDAMMTER JOB!!

Meines Wissens nach ist sein Job immer noch Bäcker in Hamburg... Mahlzeit.

Sal-

Christian Wagner
08.07.2003, 16:10
@ Sal: Nö, den hat er schon seit einiger Zeit an den Nagel gehängt. Die letzten Jahre war er full- time Aktivist.

Dominik
08.07.2003, 16:53
Jap, das stimmt!

Scotlandfan
08.07.2003, 17:02
Und wisst ihr auch, wie damals die Werbung zu seiner Bäckerei hieß?

"Konditorei Nehberg... es gibt schlechtere."

Wirkungsvolles Understatement! :)

Ausgesetzt wurde er heute vor einer Woche, er will erst wieder nach einem Monat (also in 3 Wochen) zurück in der Zivilisation sein, also wird das mit dem Sendetermin von seinem Selbstgedrehten wohl noch etwas dauern. Oder ging es um das von dem Dokumentarfilmer Gedrehte von seinem Training? Das weiß ich auch nicht. Aber als "Ausflug" würde ich diese Aktion nicht mal in "" bezeichnen. Egal.

Azul
09.07.2003, 15:34
Hat eigentlich jemand von euch am 07.Juli 2003 TV Total mit Stefan Raab geschaut.

Dort hat Stefan zusammen mit R.Nehberg verschiedene Filme gedreht unter anderem haben sie Wildschweine gefangen und zum Schluss waren sie noch auf Nehbgers Grundstück und haben sich durch Wasser und Schlamm gekämpft.

War die selbe Strecke wie sie schon bei Mission-Germany gezeigt wurde.

War recht witzig Stefan hat sich halt super dämlich drangestellt, hat aber alles mitgemacht.

Gruss
Azul

LuNAtiC
09.07.2003, 15:52
jop.. das war lustig


ich hätt nicht gedacht, daß man so einfach ein schwein fangen kann

und ich hatte auch keine ahnung, daß man dann die großen verjagen kann indem man blüllend mit ausgebreiteten armen auf sie zu springt

echt genial .... müßen wir mal auf dem treffen ausprobieren

Christian Wagner
09.07.2003, 16:00
Cool, ich habe grade ein Schwein da - das bring ich mit. LOL.

Menelaos
10.07.2003, 00:14
@Lunatic
Ich hab das auch gesehen, naja ... Ihr glaubt doch nicht im Ernst, dass die Viecher einfach so angerannt kommen. Ich wette nen Zehner, dass die in die Richtung gedrängt wurden ... weil sonst wärs ja wirklich zu einfach.

Ok, das mit der Aktion von Rüdiger war net schlecht, ich mein, ich will mich sehen, wenn son fetter Eber vor mir steht ... AMEN! :ohoh:

jasper
10.07.2003, 00:18
WAr das zufällig "Raab in Gefahr"? Hat jemand das mit dem Kamel gesehen?

Loki
10.07.2003, 08:20
Hab den Rüdiger auch bei Raab gesehen und bin irgendwie nachdenklich. Was soll es bitte mit Survival zu tun haben, durch Sumpf zu kriechen und unter Holzstegen durchzutauchen? Ok, unter ganz bestimmten Umständen - mit einer Wahrscheinlichkeit die gegen Null tendiert - kann das tatsächlich mal erforderlich sein, aber das kann dann jeder Trottel, siehe Raab. Ich hätte es schöner gefunden, wenn andere - wichtigere - Aspekte des Survivals gezeigt worden wären. Das Ende vom Lied war dann - wie nicht anders zu erwarten - dass Raab sich über die Outdoorer, speziell die Pfadis, lustig gemacht hat. Ich hab ja wirklich nichts gegen Späße (auch auf meine Kosten) aber überlegt mal, was der Durchschnittsdeutsche jetzt für ein Bild von den Outdoorern hat.

@Menelaos: ich glaube schon, dass das mit den Schweinen so funktionieren kann. Hab selbst schon einige Male im Wald überraschend Wildschweinen gegenübergestanden - das "gegenüber" ist durchaus wörtlich zu verstehen. Die haben aber mindestens genauso blöd geguckt, wie ich selbst.



Cheers,

Loki.

alaskawolf1980
10.07.2003, 23:49
der Nehberg hat doch bestimmt zum löffelabgeben einen Löffel in seiner Kamera versteckt. Oder ist statt einer Videokassette doch ein Glas Erdnussbutter drin.
Mc Gyfer (wie wurde der nochmal geschrieben?) konnte aus einer Armbanduhr ein Sprengsatz bauen, da wird der Nehberg doch aus seiner Kamera einen Dschungelpanzer zaubern können. :D

lonewolf
20.08.2003, 23:15
ALS AKTUALISIERUNG HAB ICH DAS HIER VON NEHBERGS WEBSEITE MAL HIEREIN KOPIERT.


Pressemitteilung vom 05.08.03

Ein Plädoyer für den Regenwald
Nehbergs Urwald-Abenteuer hat begonnen
„Allein durch den Urwald Brasiliens“

Ein gelebtes Plädoyer für den Regenwald und die Indianer.

Am 31. Juli lies sich Rüdiger Nehberg von einem Hubschrauber im Norden Brasiliens, über dem Regenwald des Dreiländereckes Amazonas / Para / Roraima, abseilen. Allein und mit minimaler Ausrüstung will er aus dem Labyrinth des Urwaldes wieder in die Zivilisation finden. Der Urwaldmarsch soll ein gelebtes Plädoyer für die Einmaligkeit des Naturerbes Regenwald sein und die Wichtigkeit seines Schutzes neu ins Gespräch bringen.

Damit begann für Rüdiger Nehberg (68), Deutschlands bekanntestem Surival-Experten und Aktionisten für Menschenrechte, die Erfüllung seines Traumes. Ihn erwaten Einsamkeit – Schwüle – Dunkelheit – Jaguare – Giftschlangen – Insekten – Malaria – Verletzungen – und nicht zuletzt die Gefahr der Begegnung mit Menschen. In 6 Wochen will er aus dem grünen Labyrinth herausfinden. Abenteuer mit Sinn, Nehbergs Philosophie.

In den Wochen davor bereiteten die Waiapí-Indianern Nehberg auf den Urwaldmarsch vor. Sie lehrten ihn ihre Art des Lebens und Überlebens im Regenwald. „Allein und ohne Machete und Feuer gehen wir nicht in den Wald,“ so das Fazit des Häuptlings Jurará. „Die Zeit ist schlecht. Es gibt kaum essbare Früchte. Wir leben jetzt von der Jagd und dem Ertrag unserer Plantagen.“ Auch die Unterstützung der IMPA (der brasilianischen Waldschutzbehörde) brachte Nehberg wichtige Tipps für seine Aktion.

Rüdiger Nehberg: „ Ich weiss überhaupt nicht, wie es werden wird. Eventuelle Wege von Goldsuchern werde ich meiden und meine eigenen Wege gehen. Ich werde den Flüssen folgen, die irgendwann in die Zivilisation führen.“

Ausgerüstet ist er mit kurzer Hose und T-Shirt. Auf Drängen der Indianer und des Aktions-Teams hat er ein Feuerzeug und Machete mitgenommen. Film- und Fotokamera zur Dokumentation der Reise sind seine schwersten Ausrüstungsteile. Ein Satellitentelefon soll ihn mit der Außenwelt in Verbindung halten. Mehr hat er nicht dabei. Ein roter Plastiksack schützt die empfindliche Technik vor Wasser.

Zuerst will er sich einen Unterstand für die Nacht bauen und ein Remanchine, einen Rucksack aus Palmblättern, flechten, um die Ausrüstung besser tragen zu können.

Bei der Abseilaktion gab es die erste Panne: Mangelnde Treibstoffreserven sowie die drohende Überhitzung des Hubschraubertriebwerkes verhinderte die geplante Abseilung des Kameramannes Wolfgang Brög, der ein letztes Statement mit Rüdiger Nehberg filmen wollte.

Brög: „Wir haben ihn in einem Urwaldgebiet abgesetzt, wo es Palmen und Wasser gibt. Das erleichtert ihm das Überleben in den ersten Tagen. Das letzte, was wir von ihm sahen, war sein überschwängliches Winken, als der Hubschrauber abdrehte.

Pressesprecherin und Lebensgefährtin Nehbergs, Annette Weber, berichtet von einem ersten Telefonkontakt: „Es geht ihm gut. Es gibt unerwartete Probleme, aber er ist zuversichtlich. Dann brach der Kontakt ab.“


Pressemitteilung vom 11.08.03

Ein Plädoyer für den Regenwald
Rüdiger Nehberg allein durch den Urwald Brasiliens

Nehbergs Urwaldmarsch schwieriger als erwartet
5000 Schrammen–ohne Messer–mit Papageien und Jaguaren
Ein gelebtes Plädoyer für den Regenwald und die Indianer

„Ich habe 5000 Kratzer und kleine Wunden und das Haumesser verloren.“ Dies teilte Rüdiger Nehberg in einem zweiten Telefongepräch über Satellit aus dem Regenwald Brasiliens seinem Büro in Rausdorf mit.

Der Hubschrauber, von dem Rüdiger Nehberg sich am 31. Juli weit ab von der Zivilisation im Dreiländereck Amazonas/Para/Roraima nur in T-Shirt, kurzer Hose und Sandalen mitten über dem Amazonas-Regenwald abseilte (Pressemitteilung vom 5. August), hatte ihn über einem Dornendickicht abgesetzt. 20 Meter wurde der Abenteurer und Aktivist für Menschenrechte durch die Dornen geschleift. „Ich bin mit Schrammen übersät und bei der Aktion habe ich mein Haumesser verloren.“

Zwei Tage suchte er nach diesem einzigen Hilfsmittel, das er auf Drängen der Indianer und seiner Freunde hin mitnahm. Ohne Haumesser ist ein Durchkommen durch den grünen Dschungel nicht möglich. „Mit den Steinen, die hier sind, lässt sich keine Liane durchhacken..“

Er baute sich ein kleines Floß für sein Film- und Fotogepäck und schwamm einen kleinen Fluss hinunter. Dann entdeckte er eine Sumpfpflanze, die er mit Steinen durchhacken konnte. Damit baute sich ein größeres Floß, auf dem er nun langsam den Fluss weiter fährt. „Das Paddeln ist total anstrengend und ich komme nur sehr langsam weiter. Die vielen Flusswindungen nehmen kein Ende.“

Mit einem großen Feuer versucht der 68jährige Abenteurer sich vor den Jaguaren zu schützen. „Ich höre jede Nacht das Grollen der Katzen. Ich hoffe, die Angst vor Feuer ist größer als ihr Hunger.“

Zur Zeit ernährt er sich von Nüssen und dem Mark junger Palmen.

Nehbergs Aktion soll ein gelebtes Plädoyer für den Regenwald und die Indianer sein. Viele hundert Kilometer weg von jeder Zivilisation will er ohne Ausrüstung aus dem grünen Labyrinth herausgefunden haben. Eine typisches „Sir-Vival-Abenteuer mit Sinn“.

Im Juli lies Rüdiger Nehberg sich zwei Wochen lang von Waiapí-Indianern im Nordosten Brasilien in deren Überlebenstricks einweisen. Nehberg baute dort im Indianergebiet mit seiner Menschenrechtsaktion TARGET im letzten Jahr eine Krankenstation. Ein Krankenpfleger und wechselnde Ärzte betreuen die Indianer bei Verletzungen und Krankheiten, die von der Zivilisation in das Gebiet eingeschleppt wurde. Kurse zum Thema Gesundheitsvorsorge und Umweltschutz ergänzen die Aufgaben der Station. www.target-human-rights.com

Nehberg will sich jeden zweiten Tag über Satellitentelefon melden.

Becks
21.08.2003, 18:04
Der Trick bei Nehberg ist einfach aber wirkungsvoll:

Jeder Fluß fließt in Richtung eines Meeres und damit Richtung Küste. Und dort wohnen Menschen... Außerdem hat Wasser weniger Hindernisse als Unterholz, daher ist die Idee mit dem Floß simpel.

Alex

drops
22.08.2003, 16:34
tja anscheinend hat er probleme oder sein satelitentel hat keinen saft mehr... (siehe link)
http://www.netzeitung.de/entertainment/people/251785.html

LuNAtiC
22.08.2003, 16:45
ich frag mich wie er es schafft ein feuer die ganze nacht am brennen zu halten wenn er schläft. vieleicht war das ja sein ende.
andererseits könnte er ja auf de mfloß schlafen oder zumindest auf nem baum, der mitten im wasser steht.

wünschen wir ihm viel glück
und falls er es nicht schafft starb er wie er gelbt hat... ein würdiger abgang

Felix Wolfes
22.08.2003, 21:06
ER WIRD NICHT STERBEN!!!!

Unser Rüdiger doch nicht!

bubu
23.08.2003, 16:34
Gibt es schon etwas Neues über ihn? Hé, ich wollte ihm doch meine fertige SEMI-Arbeit senden. Die Sache mit dem Telefonat habe ich dann wohl doch (aus Versehen :wink: ) verpennt.

azrael
24.08.2003, 20:38
also sorry, den typ mochte ich noch nie ^^ ne, wäre natürlich schade (obwohl ich ihn nicht mag!) aber er wäre selbst schuld... natürlich kann er auch einafch das telefongabud gemacht oder es verloren haben.

naja... wir werden es nie erfahren ^^ ich glaube aber das der typ sich vieleicht absichtlich nicht meldet um die aufmerksamkeit auf ihn zu ziehen oder eventuel gibt sein büro die meldung auch nicht weiter.

hab ichs chon erwähnt das ich ihn nicht mag?

greetz
azrael

Menelaos
25.08.2003, 01:52
Ob Du ihn magst oder nicht, er bleibt nunmal Deutschlands größter "Verrückter" in Sachen "Überleben in der Pampa", denn solche Aktionen traue ich wirklich nur Rüdiger zu. Ich kenn ihn zwar nicht persönlich, aber der zieht das imho durch, egal was kommt. :grrr:

Und wenn er ab und an mal ein wenig Geld mit seinen Aktionen macht, dann ist das mehr als ok, finde ich.

lonewolf
25.08.2003, 20:32
Aktuelle Information vom 23.08.2003

Warten auf einen Anruf aus dem Urwald
Am 13. August hat Rüdiger Nehberg sich zum letzten Mal telefonisch bei Annette zuhause gemeldet:

„Es geht mir gut, ich komme nur langsam voran und habe vom paddeln Blasen an den Händen“, berichtete Rüdiger über sein Satellitentelefon direkt aus dem Urwald.

„Wunden heilen schlecht im Klima des Regenwaldes und behindern ihn jetzt sicher beim Vorwärtskommen. Dennoch glaube ich, dass er jeden Tag weiter Richtung Zivilisation geht“, erzählt Annette.

Gründe, warum er sich seit dem 13. nicht mehr gemeldet hat, gibt es Einige:

Das Telefon funktioniert infolge der hohen Luftfeuchtigkeit nicht mehr
Die Solartechnik ist defekt und somit können die Akkus für das Telefon nicht mehr nachgeladen werden

Das Telefon ist ins Wasser gefallen

So gemütlich hat es Rüdiger vermutlich zur Zeit nicht immer!

„Wirklich Angst habe ich nicht um ihn. Schließlich kennt er den Wald und weiß sich immer zu helfen. Schließlich ist er ja der „Sir Vival“, erzählt Annette jedem besorgten Anrufer.

„Das größere Problem ist der Verlust seines Haumessers. Somit ist er doch sehr eingeschränkt, wenn er sich z. B. ein neues Floß bauen muss oder durch den Urwald gehen will. Auch die Trinkwasserversorgung im Wald wird somit ein Problem, da mit Steinen die wasserhaltigen Lianen nicht gekappt werden können. Deshalb hatte Rüdiger beschlossen, sich auf dem kleinen Fluss fort zu bewegen.“


Aktuelle Information vom 24.08.2003, 23:00 Uhr


Büro Rüdiger Nehberg
24.08.2003 23.00 Uhr

Kurzmitteilung:
Rüdiger Nehberg hat sich gemeldet

Seit dem 13. August gab es keine Verbindung zu Rüdiger Nehberg im Urwald Brasiliens. Vor einer Stunde rief er in seinem Büro in Rausdorf an:

„Es geht mir gut.“

Er sei durch Indianergebiet gekommen und habe nun massive Probleme mit den brasilianischen Behörden. Weitere Informationen könne er zu seinem eigenen Schutz zur Zeit nicht geben.

Nehberg hatte sich am 31. Juli aus einem Hubschrauber, weit ab von jeder Zivilisation, mitten über dem brasilianischen Urwald abgeseilt, um allein und nur mit kurzer Hose, T-Shirt und Sandalen ausgerüstet, den Weg aus dem grünen Labyrinth wieder herauszufinden. Die Aktion soll ein gelebtes Plädoyer für den Regenwald und die Indianer sein.

Felix Wolfes
01.09.2003, 16:01
Seht ihr!!!!!!!!

Ich habe doch gesagt er lebt noch!

Sawyer
02.09.2003, 16:46
"Lerne zu Leiden ohne zu klagen" ist der Leitspruch unserer elitären Froschmänner des olivgrünen Trachtenvereins.

Rüdi hat ihn nach seinem Besuch bei den Selbigen ein bisschen getunt:

"Lerne zu klagen ohne zu leiden". :wink:


Mal was anderes: Was glaubt Ihr, wie lange er noch braucht um wieder zurückzukehren (wenn er in Brasilien nicht in den Knast wandert).
Ich schätze das Buch, das er über diesen Trip schreibt wird ein SirVival-Bestseller.

Gruß Sawyer

Dominik
12.09.2003, 11:32
Zitat von Rüdis Seite ruediger-nehberg.de

"
Am Donnerstagmittag, 11. September, erwarten wir Rüdiger um 11.45 Uhr am Flughafen Hamburg.

Wir sind gespannt, was er von seiner Urwaldexpedition berichtet.

Die Pressekonferenz findet im Anschluss statt."

LuNAtiC
12.09.2003, 11:34
der hat 100% gemogelt :wink:

Felix Wolfes
12.09.2003, 11:40
@ LuNAtiC
Was meinst du mit er hat gemogelt?

Shirkan
12.09.2003, 11:43
er hat sich vielleicht ein GPS-Empfänger ins Bein implantieren lassen und .... ;)

mfg
Sebastian

PS: ich glaube nicht das er mogeln würde

LuNAtiC
12.09.2003, 11:53
ich bin gespannt, was diese geschichte mit den behörden sollte... :-?

Dominik
15.09.2003, 13:50
ein weiteres Zitat:

Hallo, liebe Freunde,



der Urwald hat mich wieder ausgespuckt. Ich bin zu Hause und habe Annettes Spinat und die Spiegeleier genossen. Und die Seife. Und die Matratze ohne Mückengesumms. Trotz aller Entbehrungen war es toll. Mein langgehegter Traum ist erfüllt. Und ich bin froh, es jetzt gemacht zu haben und nicht erst mit 70, wie geplant. Ich bin mir sicher, dass ich es dann nicht mehr geschafft hätte.



Dabei fing alles völlig unprofessionell an. Eigentlich dürfte ich es gar nicht erzählen. Es ruiniert mein Survival-Image. Ich schäme mich bis in die Socken. „But nobody is perfect, except you,” tröstet mich der englische Volksmund.



Zunächst war da das Training mit den Indianern. Sie lehrten mich vieles über ihre Pflanzen.

„Das da sind `Schmerztabletten`“, sagten sie, „und das ist gut gegen Durchfall“. Bei jeder Pflanze ein neuer Tipp. Ich notierte alles, aber nun halt mal jemand 5000 Pflanzen auseinander! Um die Vielfalt und Genialität des Waldes begreifen zu können, muss man dort geboren sein. Ich bin aber in Westfalen geboren. Als ich die Schmerztabletten brauchte, fand ich sie nicht. Nur die Durchfalldroge. Aber ausgerechnet Durchfall war das einzige, das ich nicht hatte. Trotzdem: der Unterricht durch die Waiapi-Indianer war sehr informativ.



Dann setzt mich der Hubschrauber ab. An der Grenze zu Guyana rutsche ich am 50-Meter-Seil in Richtung Wald. Unter mir ein Flachbuschgelände. Harmlos wie ein Moospolster. Bei der ersten Berührung entpuppt es sich als bösartiges Dornengestrüpp, als Stacheldrahtverhau. Drei Meter schleift mich der Heli hindurch. Resultat: mehrere tausend Risswunden. Ich blute wie Schweinchen Schlau bei der Schlachtung. Da kommt schon mein Gepäck nach: die Filmausrüstung. Nur nicht Wolfgang Brög. Er hat mich bis hierher filmisch begleitet. Er wollte ein letztes Interview am Boden führen. Dem Pilot geht die Muffe. Er dreht ab. Ich bin allein.



„Wo ist denn das Haumesser?“ Militärs, Indianer und Siedler – sie alle hatten mir gesagt, ohne dies und ein Feuerzeug wäre mein Vorhaben kühl berechneter Selbstmord. Das Non-plus-ultra der Dummheit. Um nicht als Vollidiot in die Survival-Geschichte einzugehen, lasse ich mich überzeugen. Aber nun, bereits voll auf das Messer programmiert, ist es weg. Beim Abladen verschwunden im tiefen Dornengestrüpp. Zweieinhalbe Tage vergebliche Suche. „Jetzt ist die Situation wie ganz ursprünglich geplant: ohne jegliche Ausrüstung zurückfinden zur Zivilisation.“ Mit dem Spruch tröste und belüge ich mich. Idiotie braucht eine Entschuldigung. Die Hände schwellen. Ich kriege Fieber. Panne auf Panne. Wie im Kitschfilm. Ich laufe um einen Baum, um mich selbst in den Hintern zu treten. Es gelingt nicht. Ich muss meine Wut anders abreagieren und vernasche die Mücken, die mich leer saugen.



Die Gummisäcke haben bei der Landung ebenfalls Schaden genommen. Ich brauche ein Minifloß, um die Kameras trocken flussabwärts zu bringen, improvisiere etwas aus herum liegendem Holz. Ich stolpere im Wasser und stoße eine Pflanze um. Eine Mischung aus Bambus und Rhabarber. Sie schwuppt an die Oberfläche wie ein Korken und entpupt sich als ideales Floßmaterial. 60 dieser Pflanzen, drei Meter lang, ergeben das Traumfahrzeug für die Kameras. Und für mich. Es geht los. Alle Flüsse fließen in den Amazonas. Dieser leider sehr langsam. Mit dem Haumesser hätte ich nie im Traum daran gedacht, eine solche Pflanze als geeignet in Erwägung zu ziehen. Hätte mich mit schweren Stämme herumgequält. Danke, Schutzengel!



Ich finde Nüsse und Heuschrecken. Dann eine Boa. Drei Meter und eine Art, die ich noch nie gesehen habe.* Ich fange sie. Sie ist nervös. Ich auch. Sie spuckt zwei Fische aus. Einer ist verdaut bis auf die Gräten. Der andere ist fangfrisch. Ich brate ihn mir. Sie bekommt dafür ihre Freiheit. Mein erster von drei Fischen insgesamt. Eine improvisierte Angel beschert mir den zweiten. Der dritte springt an Bord. Freiwillig. Man sollte mir nicht trauen. Ansonsten lebe ich von der Körpersubstanz. 11 Kilo sind bald aufgezehrt.



Beim Kentern reißt sich die Solarplatte frei. Futsch. Das Telefon fällt damit aus. „Erst wenn du vier Wochen von mir nichts mehr hörst, kannst du dir Gedanken machen, nach sechs Wochen Sorgen, nach acht das Testament öffnen,“ hatte ich ihr eingeschärft. Annette bleibt cool. Gern hätte ich die Reise mit ihr zusammen unternommen. Nächstes Mal. Dann aber mit Ausrüstung. Zumindest mit Seife gegen das Jucken.



Nach genau 25 Tagen die ersten Menschen: Wai-Wai-Indianer. Ich atme auf. Mein Ziel ist erreicht. Über den roten Faden meines Erlebnisses werde ich es mit der Filmdokumentation schaffen, die Einzigartigkeit des Weltnaturerbes Regenwald darzustellen, Sympathien für ihn aufzubauen und seine Schutzbedürftigkeit ins Gespräch bringen. Meine Hommage an die Lebensart der Indianer und meinen Freund, den Regenwald.



Dann der Schock. Im dritten Dorf eine Funkstation. Die Polizei hat durch einen Zeitungsbericht von meinem Vorhaben erfahren. Staatsanwalt Motta vermutet Schlimmstes.

„Nehberg ist ein Biopirat, ein Steuerhinterzieher, er befindet sich ohne Erlaubnis in Sperrgebieten, ist schon einmal aus Brasilien ausgewiesen worden wegen illegalen Aufenthaltes bei den Yanomami-Indianern...“ Die Vorwürfe sind massiv. Die Interpretationsfähigkeit mancher Juristen verblüffend. Ich fliehe aus dem Wald, verstecke mich in Manaus. Dort hatte ich Pass und Ticket hinterlegt. Jetzt sind sie beschlagnahmt. Die deutsche Botschaft steht mir mit wertvollem Rat zur Seite. Der österreichische Konsul Arthur Grolimund beschafft mir einen fähigen Anwalt. Szenenkenner geben mir keine Chance. „Du hast einen Film gedreht mit den Werten Amazoniens. Dafür kriegst du in Deutschland Geld. Davon will Brasilien 20% Steuern.“ Beispiele werden genannt. Von aberwitzigen Summen und Strafen ist die Rede. Ich bereite meine Flucht vor. Keinesfalls will ich mich für nicht begangene Taten ruinieren lassen.



Schon auf dem Wege ins Nachbarland, ein letzter Anruf nach Manaus.“ Komm schnell zurück! Morgen kriegst du deinen Pass und das Ticket. Der Staatsanwalt hat sich überzeugen lassen.“ Die Gründe fürs Einlenken: unsere Krankenstationen bei den Yanomami und den Waiapí in Brasilien. Und die große und positive Medienresonanz in Deutschland. Ich bin begeistert und ziehe die juristische Lösung vor. Was übrig bleibt von den Anklagepunkten, ist das „Reisen ohne Pass“:. Konsequenz: Geldstrafe und sofortige Ausweisung. Damit kann ich leben. Mein Anwalt: „Wenn Sie das freut, können Sie ja einen Dankesbrief an unseren Staatspräsidenten Lula schreiben.“



Das werde ich sofort tun. Anschließend an diese Zeilen. Vielleicht sieht der Präsident es so, wie es von mir nie anders gedacht war: mit einem verrückten Abenteuer Brasiliens hohe Werte – Indianerkulturen und den Regenwald – weltweit bewusster, liebens- und schützenswerter zu machen.“ Womöglich gibt er mir sogar ein Statement in die Kamera. Er war immer auf Seiten der Unterdrückten. Das wäre die Krönung.



Nur dem Staatsanwalt möchte ich nicht mehr begegnen. Denn jetzt gibt es doch einen Grund, mich zu verhaften. Wegen Biopiraterie. Ich hatte in vier Beingeschwüren vier Dasselfliegenlarven. Eine davon habe ich mitgenommen. Als Corpus delicti. Falls sich bei mir daraus eine Tropenkrankheit entwickeln sollte.



Damit sage ich tschüss und bis bald!

Euer

Rüdiger




Respekt! Vor solchen Sachen ziehe ich den Hut!

lonewolf
15.09.2003, 15:59
es ist so schön ein staatsbürger einer finanzkräftigen und einflussreichen nation zu sein. wäre nehberg aus vanuatu dann hätten die brasilianischen behörden wohl kaum eingelenkt.

Shirkan
15.09.2003, 19:01
hi,

die Story mit der Boa ist aber lustig! ;)
ob die wirklich so groß war? Rüdiger muss die ja ganz schön gewürgt haben, dass sie ihre Fische ausgespuckt hat :lol:

aber ansonsten: "Respekt Rüdiger!"

gi
15.09.2003, 20:06
Jo, wirklich toll.
Damit hätte ich ehrlichgesagt nicht mehr gerechnet!

Felix Wolfes
16.09.2003, 12:27
Ja, ja! Unser Rüdiger!
:D

Azul
16.09.2003, 12:47
Dann bin ich mal gespannt wann die Doku dazu im Fernsehen gezeigt wird.

Das mit der Boa ist echt witzig! :lol:

Rüro
16.09.2003, 13:54
es ist so schön ein staatsbürger einer finanzkräftigen und einflussreichen nation zu sein. wäre nehberg aus vanuatu dann hätten die brasilianischen behörden wohl kaum eingelenkt.

Hi,

Das lag bestimmt nicht daran, dass Er die deutsche Staatsbürgerschaft hat, sondern an seinem guten Ruf (s. Yanomani)!
Erst kürzlich ging eine Meldung durchs Radio, dass ein deutscher Biopirat verhaftet wurde.
Seit geraumer Zeit überwacht das Militär sehr streng den Urwald (mit Radar und Aufklärungsflugzeugen) um Goldsucher, Biopiraten und Holzfäller in Schach zu halten. Wenn illegale Landebahnen gesichtet werden, werden diese sofort bombadiert!

Cu, Mark

drops
16.09.2003, 15:12
kann mir mal bitte jmd. den begriff biopirat erklären?

Menelaos
16.09.2003, 15:43
http://www.dashauseck.de/Besonderes/biopirat/biopirat.html
http://www.blauen-institut.ch/Tx/tT/ttDolStudie.html#a3

Wer suche kann, ist klar im Vorteil. :bg: :bg: :bg:

HTH