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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mongolei zu Fuss


lonewolf
23.04.2003, 01:04
Hey leute. Als erstes muss ich sagen, dies ist mein erster Beitrag in diesem Forum, bis jetzt habe ich nur stumm gelesen, mich manchmal über manche geärgert und mich meistens über neue Infos gefreut, von daher, dieses Forum ist Gold Wert. "Merci" dass es euch gibt ;-)
Nun zum Thema.
Nächstes Jahr, also 2004, habe ich vor für mehrere Monate die Mongolei zu Fuss zu bereisen. Wahrscheinlich ab Mitte April (Frühlingsbeginn; jedoch abhängig, ob der Zuud, der berüchtigte Extremwinter, bis dahin verflogen ist) bis Mitte September. Ich werde allein reisen. STartpunkt ist Ulan Baator, von dort aus geht es gen Süden, und dann im Uhrzeigersinn wieder zurück. In STädten werde ich nur wenig halt machen, nur eben um meine Sachen zu waschen, aufzurationieren, zu reparieren oder wichtige inge einzukaufen und Kontakt zu good old Germany zu halten. Standartentfernungen zwischen Städten liegen im 3-stelligen Km-Bereich.
Es ergeben sich aber daraus ein paar Schwierigkeiten. Ich werde mir für diese Tour einen Großteil meiner doch schon älteren AUsrüstung neu holen, das mein Zelt schon mehrmals geflickt ist und mein Rucksack zu klein, von meinem platten schlafsack mal ganz zu schweigen.
1.als Sicherheit würde ich gerne ein kleines GPS-Gerät mitnehmen. Leider habe ich mich bisher um die Dinger gedrückt. Ich brauche eins, in dass ich markante Wegpunkte (denen ich aber nicht zwanghaft zu folgen gedenke) einprogrammieren kann und das mir diese auch als quasikarte darstellen kann, so dass ich sehe wo ich im Vergleich zu anderen Orten bin. Ein GPS-Gerät mit Kartenanzeige muss ja nicht unbedingt sein, da die DInger sch***teuer sind.
2.Ich werde wohl ein Salewa Sierra Leone Kuppelzelt benutzen.Schlafsack wird ein Ajungilak Kompakt mit einer ISO-Matte gekoppelt. Ich muss teilweise starke Winde, mittel- bis wenig Regen und Nachttemperaturen von 10°C (gegen Ende) bis -20°C (am Anfang, eher selten) aushalten.
3. Ich brauche quasi einen XXL-Rucksack, der ein Gewicht weit über 20 kg problemlos schafft (körperlich hab ich mit höheren Gewichten auch kein Problem) Ich tendiere im Moment zum MacPack Genesis, der sich aber mit 349,95 EUR tief in meine Tasche gräbt.
Mit übermäßigem Regen ist bei dem Mongolischen Klima nicht zu rechnen, das Backpack muss aber hohes Gewicht über eine sehr lange Zeit aushalten und dementsprechend Tragekomfort bieten. Zelt;ISO-Matte;ANgel-Set;Schlafsack;Kocher;kochgeschirr;Essen und Wasser für 2 wochen; Komplettkleidung für kalte Tage;komplett für warme tage(selbst im SOmmer kann es wegen des starken WIndes zu minusgraden kommen); sowie alles nötige kleinzeug.
4. mein größtes Problem. der Kocher. bis jetzt noch nie einen benutzt. es muss ein robuster Petrolium-kocher sein, da man nur Petrolium in der Mongolei erhalten kann, zudem wohl kaum unverbleit oder Schadstoffarm. Die Billigvariante eben. ich tendiere zum MSR XGK-2 mit MSR Pumpe XKG/Wisperlite.Ich kann natürlich ihn vorher ausprobieren und mich an ihn gewöhnen, zeit ist genug, nur kommt dann Transportproblem hinzu. einen gebrauchten darf man ja nur selten mitnehmen. bestimmt das der Flughafen oder die Airline (ich fliege mit MIAT). Ich würde ihn im Zweifelsfall auch vorher abgene und extra für das Ding als "gefährlichen Gegenstand" bezahlen, wenn es mir die Garantie bringt, dass ich mich danach in Ulan Baator nicht nach einem neuen umsehen muss (und in Ulan Baator bekommt man wenn überhaupt nur schwerlich einen von der Klasse eines MSR XGK-2) SOll ich mir dann extra einen zweiten für die Reise zulegen?
na ja, das wars erstmal. im moment bin ich bei einer groben Turroute. fahre dann eNde September nach Berlin um dort anhand topographischer karten, die ich in ähnlicher qualität erst in Ulan Baator bekomme, die Route festzulegen.

Shirkan
23.04.2003, 07:17
hi,

willkommen hier in diesem Forum

ich hab im März 2 Sachsen (Chemnitz, Freiberg) getroffen, die mir erzählt haben, dass sie diesen Sommer für 5 Wochen durch die Mongolei tingeln wollen! kann dir ja mal die Emailadressen geben, falls du sie mal anschreiben möchtest

Saloon12yrd
23.04.2003, 08:13
Hi lonewolf,

herzlich Willkommen im Forum. Es ist schön zu sehen das sich so langsam auch Leute hier Tummeln die größere Touren vorhaben ;).
@All: Soll keine Abwertung sein.

Ich verschieb den Thread trotzdem mal ins Reiseforum wo er hingehört.

Sal-

lonewolf
23.04.2003, 09:42
die email-addressen könnte ich gut gebrauche. ich danke dir schon mal im voraus.

Jens
23.04.2003, 20:50
Hallo

Tja, Mongolei ist schon ein tolles Reiseziel. In Anbetracht der Weite des Landes würde ich überlegen, mir ein Pferd zu kaufen und das Land reitend zu erkunden. Vielleicht ist auch der Einsatz eines Handpferdes sinnvoll. Aber egal, das ist Geschmackssache. Die Kocherfrage würde ich anders angehen: Brauchst du überhaupt einen Kocher? Ich würde allerhöchstens einen Hobo-Ofen mitnehmen. Die Mongolen heizen und kochen doch auch fast alle mit offenen Feuer. In Gegenden wo Brennstoff Mangelware ist mampft man dann eben Müsli kalt. GPS würde ich auf alle Fälle mitnehmen, du wirst wenig Orientierungspunkte finden. Ein kleines Fernglas könnte sinnvoll sein. Ansonsten möglichst simple Ausrüstung, ein paar Kleinigkeiten zum tauschen, Bonbons und Zigaretten, um Gastgeber zu beschenken, tja, mehr fällt mir im Moment nicht ein.

Jens

lonewolf
23.04.2003, 22:01
riesendank für den tipp mit dem hobo-ofen. hab mal auf www.kuenzi.com/MF_Deutsch.htm mir einen beispielofen angeschaut und fand es sehr anregend. das ist ja wirklich um längen praktischer als ein kocher. problem, in den steppen sind holzgewächse nicht unbedingt oft anzutreffen, aber wenn ich es mir überlege, wenn es wirklich nicht viel verbraucht, kann ich ja auf vorrat sammeln. leider muss ich sagen, sieht mir der hobo-ofen nicht sehr windtauglich aus. das sind zwar normale kocher auch nicht unbedingt, aber bei denen weht es einem auch nicht unbeding tbrennmaterial umher. dennoch werde ich mir mal testweise einen hoboofen ordern bei http://www.sackundpack.de/ für rund 69 euro. oder hat jemand einen schon mal billiger gesehen. ich habe die dinger noch nirgends gesehen.
kann man denn mit dem garmin GPS12 vorher eine rute am PC einspeichern und diese wegpunkte im verhältnis zueinander (also richtung höhe und position) vor ort betrachten?

thx

frank

Jens
23.04.2003, 22:27
Den Hobo-Ofen kannst du dir doch selbst basteln, steck das Geld lieber in einen vernünftigen Rucksack. Zitat:
Das Prinzip des "HOBO-Ofens" ist beinahe 150 Jahre alt. Ausgedacht wurde es von den Wanderarbeitern (Hobos), welche die weiten Gebiete des nordamerikanischen Kontinents durchstreiften. Sie benötigten eine einfache und wirkungsvolle Methode, um ihr Essen zu kochen. Dies erreichten sie, indem sie ihre leeren Konservendosen derart mit Öffnungen versahen, dass ein Brennraum entstand, in welchem sich die Hitze konzentriert entfalten konnte. Die Hitzeentwicklung war so gross, dass sie auch feuchtes oder schlechtes Brennmaterial verwenden konnten.
Zitat Ende
Als Windschutz nimmst du steife Alufolie mit, z. B. von Christian Wagners Lasagneschale, oder du kaufst dir bei Aldi oder so einen Quarkstrudel. Die Folie ist bestens geeignet. Zum Kochen braucht man furchtbar wenig Material, du kannst auch Stroh, Gras, Tierkot ect. benutzen. Experimentiere doch einfach mal. Du wirst erstaunt sein, wie wenig du benötigst, um dir eine Suppe zu kochen.

lonewolf
23.04.2003, 23:05
ich danke dir. eine frage hätte ich aber noch zum thema angeln. wie bearbeite ich den fisch um ihn dann essen zu können. schuppen ab, kopf und schwanz ggf. ab, und in die pfanne?

Finn
24.04.2003, 06:43
Ne, ne :)
Als erstes immer ausweiden und dann entlang des Rückens die Fettflossen wegschneiden. Dann kannst du mit dem Filiermesser einfach unterhalb der Schuppen die haut dünn wegschneiden. Dann den Kopf ab, dann die Schwanzflosse weg.
Entweder grillen, räuchern, in Alufolie packen und ins Feuer werfen oder eben braten.

Trotzdem wirst du einen Angelschein benötigen und ob du das ganze Angelzeugs mitschleppen willst ist auch so die Frage. Die Energie, die du in das Angeln steckst, wirst du an Fisch wohl kaum wieder reinkriegen.

Gruß
Finn

Lutz
24.04.2003, 13:32
Hallo lonewolf,
auch von mir ein "Herzlich Willkommen"...

Ein paar Monate in der Mongolei, klingt ja wirklich nach "Freiheit und Abenteuer"... :wink: Soviel Zeit hätt' ich auch gern noch 'mal... :cry:

Zum Thema Hobo-Ofen kannst Du auch noch einmal hier (http://forum.saloon12yrd.de/viewtopic.php/t.2067/postdays.0/postorder.asc/start.20/) nachschauen.

Habe vom Angeln überhaupt keine Erfahrung und habe auch noch nie einen Fisch ausgenommen, aber braucht man in der Mongolei wirklich einen Angelschein? Ich befürchte, so etwas gibt es da gar nicht...

Bei der Rucksackfrage schwöre ich auf Gregory. Ist aber auch nicht preiswerter... :cry:

ciao
Lutz

Shirkan
24.04.2003, 16:23
hi,

gibts in der Mongolei überhaupt Gewässer ? habt da keine Vorstellung von !
wenn ich an Mongolei denke ich zuerst an Dschingis Khan und dann an Wüste (GObi).
Nimm lieber ne Backform mit und mach dir nen Sandkuchen! ;)

Lutz
24.04.2003, 19:08
@Shirkan:
Das mit dem Sandkuchen ist echt klasse. :D

Andererseits bin ich von Deiner Unwissenheit doch ein wenig enttäuscht (kleiner Scherz :wink: ):

"Die wichtigsten Flüsse sind der Orchon (1124 km), der Cherlen (1090 km), die Tuul (819 km) und die Selenge (593 km).Die Seenfläche der Mongolei macht ins.ca. 1% des Territoriums aus. Der bedeutsamste See ist der Chuwsgul ( 2620 qkm), der Fläche nach der größte der Uws nuur ( 3350 qkm)."

ciao
Lutz

Shirkan
24.04.2003, 23:51
hi,

ich kenne nicht einen der Flüsse! tut mir leid. man kann ja auch nicht alles wissen!

lonewolf
25.04.2003, 02:12
gewässer gibt es genug ;-) die nord- und mittelmongolei ist durchzogen von zahlreichen, auch größeren, strömen. keine sorge und nur ein bruchteil der gobi besteht aus sand, ein großteil ist karge steinwüste.
ich übersetze euch mal eine beschreibung des khövsgöl nuur, eines im norden gelegenen sees aus dem lonely planet "mongolia":
"versuchen sie sich einen 2760 quadratkilometer großen see in der alpen vorzustellen, mit wasser, so klar, sie könnten es trinken.dann addieren sie dutzende berge mit mindestens 2000m höhe, schneebedeckt, während es unten alles grün ist, nadelwälder, lichtungen mit grasenden yaks und pferden"

Dieter
25.04.2003, 19:18
Hallo,
hatte gestern zwischen Peking und Ulam Bator eine sehr schöne Sicht aus dem Flugzeug - in der Gegend tritt man sich sicher nicht auf die Zehen - es sei denn den Militärs. Die Schneelage war lokal sehr unterschiedlich, zum größten Teil noch winterlich aber dann wieder zumindest die Täler schneefrei aber die meisten Flüsse sind noch gefroren.
Viele Grüße,
Dieter

Dominik
25.04.2003, 19:25
Kurz OT:
@ Dieter
Klasse Seite mit vielen guten Bildern!

Gruß
Dom

Christian J.
25.04.2003, 19:46
Weiter OT:
Stimmt, der z.B. der Teil über das Furten ist toll und kompetent.
Christian

Nachtrag: Die Bilder sind ja genial. ich weiß, was ich heute Abend mache. Diashow. :bg:

Dominik
25.04.2003, 20:17
Zum Nachtrag von Christian:
Genau das gleiche dacht ich mir auch :)