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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Paddeln in der Ostschären - wo rein und raus???


mopimops
13.03.2007, 11:53
Hallo,

wir wollen in diesem Jahr im Sommer die Schären vor Schwedens Ostküste besuchen. Etwa nördlich von Oskarshamn bis Nörrköping.
Im Dals - oder Värmland oder wo wir auch immer waren haben wir das Auto einfach irgendwo abgestellt. Wie geht das an der Küste. Kennt ihr gute Plätze für den Ein- bzw. Ausstieg und für das Auto, das ja dort auf uns warten muss?

Gruß Ralf

Järven
13.03.2007, 13:20
Also- gute Einsatzstellen: Mit GPS in RT90

Arkösund Campingplatz:
X= 6485868
Y= 1565063

Tyrislöt
X= 6467072
Y= 1563922

Ekön Camping
X= 6450488
Y= 1561526

St. Hallmare Camping
X= 6416955
Y= 1556097

Tättö Camping
X= 6418840
Y= 1553384

Västervik Lysingsbadet camping
X= 6401523
Y= 1551590

Ist von Nord nach Süd, Von den St. Anna- Schären bis zu den Misterhult- Schären,
also die schönsten Gebiete.
Wichtig: NICHT mit Canadier!!
Das ist trotz der vielen Inseln Meer, mit ganz schnell sehr heftigen Wellen und viel Wind, da sind letztes Jahr wieder welche abgesoffen.
Ich würde das Auto auch unbedingt an Campingplätzen abstellen. Was auch geht sind Seglerhäfen. Oft mit Videoüberwachung.
Weil die Zeiten als man das Auto in Schweden offen abstellen konnte sind vorbei...

zahl
13.03.2007, 14:14
Weil die Zeiten als man das Auto in Schweden offen abstellen konnte sind vorbei...

ja, leider wahr. auch wenn das auto hinterher meistens noch da war, haben sich in den letzten jahren einige aus meinem bekanntenkreis gewundert, dass scheibe kaputt und alles rausgeräumt nicht nur in amsterdam mitten auf einer belebten grachtenbrücke vorkommt.

die schweden selbst schieben es auf die osteuropäer. ob das stimmt oder ein vorurteil ist, weiß ich nicht.

neben den genannten campingplätzen gibt es in fast jedem küstenort einen kleinen (sportboot)hafen mit zugehörigem hafenmeister. dort gibt es dann quasi bewachtes parken, kostet pro tag 10 skr, aber man gibt ja gern .... und einsetzen des vollbeladenen kahns mit bootswagen über eine rampe geht auch immer ganz gut.

womit seid ihr unterwegs und habt ihr erfahrung mit salzwasser?

mopimops
13.03.2007, 16:58
Danke für die Tips.

Ich habe mir ja schon gedacht, dass die Frage kommt, sie ist ja auch berechtigt.
Noch ist aber nichts letztlich entschieden. Habe über den Winter einen Ausleger gebaut, es sind allerdings noch einige Tests zu fahren. Das ganze soll dann besegelt werden.

http://img254.imageshack.us/my.php?image=20070102155022rj0.jpg

Ich hoffe, dass klappt mit dem Foto.

Gruße Ralf

Järven
13.03.2007, 17:54
Ui... sieht schön aus.
Mit dem Ausleger ist das ja schon ein seetüchtiges Boot- das würde ich auch in den Schären wagen- mit entsprechender Ausrüstung dass das Boot nicht sinken kann.
Ich würde Dir ja die Misterhult- Schären empfehlen.
Da kann man recht geschützt paddeln und es ist einfach traumhaft schön.
Vielleicht sieht man sich ja ;-)

M.

mopimops
13.03.2007, 18:58
Misterhult Schären, ich sehe gerade auf meiner Karte, dass das Naturreservat ist. Darf man da zelten???

Marian
13.03.2007, 19:12
Habe über den Winter einen Ausleger gebaut, es sind allerdings noch einige Tests zu fahren. Das ganze soll dann besegelt werden.

http://img254.imageshack.us/my.php?image=20070102155022rj0.jpg


Auch Ui, aber eher ein sorgenvolles. Wie sind denn nun Deine Erfahrungen im Canadier, auf offenen Gewässern, mit viel Wind etc.?
Ich (als Kajakfahrer, der früher viel mit Leihcanadiern in Südschweden unterwegs war, bevorzugt im Oktober und April bei viel Wind) halte einen Canadier für deutlich windanfälliger. Du solltest Dir daneben auch Gedanken über eine vernünftige, gehörigem Wasserdruck (überkommende Wellen - die Schärenwellen können sehr nett kurz und steil werden) standhaltende Persenning machen.

Segeln-Canadier-Schären halte ich für eine, hmm, interessante Kombination.

Viel Spaß beim Basteln,
Marian

Spinoza
13.03.2007, 19:30
Hallo,

um mal nur ganz leicht am Thema vorbeizuschrammen (oder es zu erweitern, je nach Sichtweise): welche Ein- und Aussetzstellen an den Ostschären sind denn ohne Auto - sprich bei Anreise mit der Bahn - empfehlenswert ?

Järven
13.03.2007, 19:51
Hallo Spinoza,
alle Stellen die ich da angegeben hab- ich bin mit Faltboot und Bahn unterwegs.
Arkösund ist z.B. mit Buss von Norrköping erreichbar.
Zu den Naturreservaten: die sind zeitweise gesperrt. Man darf die Gebiete aber betreten und max. 2 Nächte zelten- dort wo kein Vogelschutzgebiet ist.
Diese Schutzgebiete haben unterschiedliche Zeiten- z.b. vom 15. April bis 15. Juli ist Betreten und Zelten verboten, davor und danach darf man.
Irgendwo im Netz gibt es die Angaben auch- oder vor Ort im Touristenbüro nachfragen ob es eine Karte gibt! Oft haben die dort sowas.
Ich such mal...
gefunden:
http://hgis.lst.se/f%C3%A5gel%5Fs%C3%A4lskyddsomr%C3%A5den/
durch herumklicken- INFO.. bekommt man die Daten ;-)
Es ist aber so dass man immer einen Zeltplatz findet.
Es sind übrigends fast die gesamten Schärengebiete Naturreservat.

M.

zahl
13.03.2007, 20:19
hallo thema karte,
gröna kartan 6G SO und NO laut kanotgiuden.com. (http://www.kanotguiden.com/smalat/mistepr.htm)

hier (http://nachnorden.shop.t-online.de/detail.asp?aid=246289&sid=4143&FES=$SCID_9462747C55374CDE8675D9557179EB6A$VID_2455$CID_32236$AID_246285) gibts die u.a. in D zu kaufen.

impressionen von misterhults schärengarten auf peters faltboot-seite (http://www.im-faltboot.de/touren/misterh04/index.html). bei fragen, mailt ihn mal an. er hat in den schären reichlich erfahrung, stimmts marian?

ich denke der kanadier (outtrigger) ist mit dem gelungenen umbau geeignet. an den innenseiten würde ich mir noch zur sicherheit luftschläuche befestigen und auf jeden fall den wiedereinstieg nach kenterung vorher üben. nur für den fall, dass der wind euch nach der seite umhaut, wo der ausleger nicht ist. :wink:

ach so, ein reisbericht mit fotos ist danach natürlich pflicht.

michael.kramer
13.03.2007, 20:36
Habe über den Winter einen Ausleger gebaut, es sind allerdings noch einige Tests zu fahren. Das ganze soll dann besegelt werden.
Sieht zwar beeindruckend aus, aber zum Segeln sind die Streben zum Ausleger zu dünn. Die brechen Dir an den Bohrlöchern am Kanu durch, wenn Du eine ordentliche Böe fängst. Die Schwerter sind auch etwas klein, aber das ist nicht so schlimm. Wie sieht's mit einem Steuerruder aus? Wieviel Segelfläche soll denn drauf? Wo machst Du die Wanten und Stagen fest?

Unbedingt notwendig ist eine Spritzdecke (oben Persenning genannt) auf dem Meer. Und die Auftriebskörper sind echt wichtig. Ansonsten fehlt nur noch ein Netz zwischen Ausleger und Kanu für die Übernachtung und das Sonnenbad :)

mopimops
13.03.2007, 20:44
Wie gesagt, das ganze Gefährt, Ausleger und Segel muss ausprobiert werden, dann werden irgendwann verbindliche Entscheidungen getroffen. Aber es macht einfach schon mal Spaß zu planen.
Am letzten Sonntag wären wir schon bei bestem Wetter fast mal losgewesen, allerdings wurde unser Jüngster krank. Aber auf jeden Fall werden wir eine Testreihe segeln und fahren. Auf unserem Haussee hier gibt es bei entsprechendem Wind auch ganz anständige Wellen. Der See ist immerhin 11 km lang, da schaukelt sich schon was auf. Erfahrungen mit Kanadier aud offenem Gewässer habe ich noch keine, wie gesagt, der Ausleger ist erst in diesem Winter entstanden.
Vor einigen Jahren war ich mit dem Faltboot für zwei Dreitagesfahrten auf der Ostsee. Aber das ist sicher nicht mit dem Auslegerkanadier zu vergleichen. Aber irgendwie muss das gehen, wenn es nicht allzu falsch gebaut ist, denn im Südpazifik fährt man ja schließlich auch mit ähnlichen Booten. Ich bin sehr gespannt.

Gruß Ralf

mopimops
13.03.2007, 20:52
Da kam mir Michael nach dazwischen. Die Streben bestehen aus laminiertem Eschenholz, ich bin da eigentlich zuversichtlich. Wenn es nicht hinhaut bei uns, haut es auch in den Schären nicht hin. Für das Steuer habe ich eine Halterung gebaut in die ein Paddel eingelegt wird, das dann als Steuer dient. Als Segel dient ein Optisegel, wobei der Mast unten in die Halterung kommt. Ich hoffe eigentlich ohne Wanten auszukommen. Aber wie gesagt, da muss ich erst Erfahrungen sammeln. Über eine Spritzdecke muss ich mir dann noch mal Gedanken machen. Nach der Probefahrt, ich hoffe ja am Wochenende auf gutes Wetter, stelle ich mal ein Bild rein.

Gruß Ralf

zahl
13.03.2007, 21:38
Auf unserem Haussee hier gibt es bei entsprechendem Wind auch ganz anständige Wellen. Der See ist immerhin 11 km lang, da schaukelt sich schon was auf.


ach ja, der schöne tollense-see, nehm ich an?

Markus.G
14.03.2007, 02:14
Wanten werden wohl nötig sein, es sei denn, Du verwendest einen Carbon-Mast (Windsurfing), ansonnsten wird dir bei ordentlich Hack der Mast brechen. Apropos: Bis was für eine Windstärke willst du segeln?

Ich bin mit meinem (selbstgebauten) 16' Prospector in der Ostsee schon Brandungswellen abgesurft! :ignore: und die Barentsee durfte das Boot auch schon bei ordentlich Seegang erleben.

Dein Vorhaben wird schon irgendwie gelingen, eine gut konstruierte Spritzdecke ist allerdings, wie oben schon erwähnt, absolut notwendig (wie auch gut verzurrtes Gepäck usw.).

Viel Erfolg!


Markus

Spinoza
14.03.2007, 07:30
Hallo Mundil,

ich glaube, jetzt erkenne ich Dich - wolltest Du nicht im FalterWiki mal Einsatzstellen für Schärentouren beschreiben ?
Anreise mit dem Bus finde ich nicht so attraktiv (viel Gelaber, öfter mal stehengelassen worden, nicht jeder hat Folbot oder Feathercraft), wie siehts denn mit der Bahn aus ?

Järven
14.03.2007, 09:08
Hallo Spinoza,
mit Bahn geht auch- aber meist muss man dann noch ein paar km mit dem Taxi zurücklegen.
Die meisten kleinen Bahnstrecken in Schweden sind eben durch Busse ersetzt worden- bin auch noch nie stehengelassen worden.
Gut für die Anreise mit Bahn sind z.B. Nyköping und Västervik.
Nach Oskarshamn fährt auch nur noch Bus- seit letztem Jahr glaube ich.
Am besten sucht man sich einen Ort und benutzt dann http://www.resplus.se
Aber ich befürchte ohne Busbenutzung wirds wirklich kaum noch gehen.

M.

michael.kramer
14.03.2007, 10:59
Ich bin mit meinem (selbstgebauten) 16' Prospector in der Ostsee schon Brandungswellen abgesurft! :ignore: und die Barentsee durfte das Boot auch schon bei ordentlich Seegang erleben.
Hast Du Bilder? Von Prospektor mit Spritzdecke und Ostsee-Surfen?

Marian
14.03.2007, 12:29
Auf unserem Haussee hier gibt es bei entsprechendem Wind auch ganz anständige Wellen. Der See ist immerhin 11 km lang, da schaukelt sich schon was auf.


ach ja, der schöne tollense-see, nehm ich an?

Jetzt sehe ich erst, dass Ralf aus NB kommt. Grüßle in meine Heimatstadt!

Ja, auf dem Tollensesee können sich in der Tat nette Wellen bilden. Der Ausfluß See-Oberbach ist berüchtigt für kurze steile Wellen bei Wind aus West / Südwest.
In der 12. Klasse hatte ich zu 80% Kanusport als Schulsport (privilegierter Sportgymnasiast ;-)) und im Winter machte es ein Heidenvergnügen, verbotenerweise mit den Lettmann-Schülerbooten auf den See hinauszufahren und dort herumzusurfen (die Straf-Laufrunden des scheinbar-wütenden Lehrers nahmen wir anschließend gern in Kauf).

Ähm, bin ich eigentlich noch on-topic ...? :ignore:

Schnell mal die Kurve bekommen: falls Du rund um Ostern Tages-Testtouren planen solltest, würde ich mich ganz uneigennützig als Fotograf und/oder Mitpaddler/Meckerkopp anbieten. Ich bin Ostern ein paar Tage in NB bei meinen Eltern ...

Cheers,
Marian

mopimops
14.03.2007, 18:05
Wanten werden wohl nötig sein, es sei denn, Du verwendest einen Carbon-Mast (Windsurfing), ansonnsten wird dir bei ordentlich Hack der Mast brechen. Apropos: Bis was für eine Windstärke willst du segeln?

Markus

Hhm, so weit ich das auf Fotos erkennen kann, fahren alle Optimisten ohne Wanten aber mit Mast...
Was ich so an Windstärke segeln werde weiß ich nicht, jedenfalls nur soweit, dass das ganze Abenteuer auf sicherem Boden bleibt. Wir wollen nach dem Segeln dann ja wieder nach Hause...

Na klar, es ist der Tollensesee. Es gibt ja hier in Mecklenburg schönere Paddelreviere, aber so ein See fast direkt vor der Haustür (5km) ist natürlich was. Das träumen andere nur von. Mich stören im Sommer vor allem die Motorboote, aber je "weiter" man fährt desto weniger werden das auch. Ein bißchen langweilig ist es auch, dass man immer den ganzen See sieht, es gibt keine Überraschungen hinter der nächsten Biegung. Manchmal paddeln wir auch auf der Tollensee, dem Abfluss des Sees. Gerade bei starken Wind kann man da immer noch gut paddeln...

zahl
14.03.2007, 20:56
ja, tollense zwischen altentreptow und klempenow ist ein 15 km filetstück und geht auch im hochsommer, wenn die mecklenburger seenplatte völlig überlaufen ist. einmal im jahr muss tollense sein. mal so als OT-tip.


mit einem optisegel sollten die druckverhältnisse auf den mast überschaubar sein. so hart werdet ihr nicht fahren, dass da mastbrüche zu befürchten sind. und da ihr mit kind(ern) unterwegs seid, werdet ihr bei zuviel wind auch nicht alles riskeren.

berichte mal von den test. bilderhungrig sind wir. :wink:

michael.kramer
14.03.2007, 21:56
3,5m² Segelfläche sind durchaus nicht zu verachten. Es gibt mehrere Gründe, warum eine Wante dran sollte. Erstens fixiert man den Mast in der Halterung. Zweitens erhöht sich die Stabilität des Mastes. Drittens klappert der Mast nicht die ganze Zeit herum.

Die Fixierung ist der Hauptgrund für Wanten z.B. bei Klepper-Faltbooten. Der Mast kann bei Seegang aus der Bodenhalterung rutschen und dadurch umkippen. Dabei wird sicher etwas zerstört, beim Klepper leider die recht wichtige Süllrand-Spitze.

Die Stabilität des Mastes ist unter Normal-Bedingungen sicher ausreichend. Aber ein Optimist kentert, wenn der Druck zu groß wird. Mit einem Ausleger kann ein viel größerer Druck ins Segel kommen. Auch nicht zu verachten ist der Kenterfall, wenn das Boot auf die Seite ohne Ausleger kippt. Hierbei wirken dank Segel unter Umständen Kräfte, die weit über dem Winddruck liegen.

Das Klappern des Mastes ist äusserst nervig. Mich regen schon die Leinen auf, die gegen den Mast schlagen. Ist ehrlich mit dem Tropfen eines Wasserhahnes zu vergleichen. Der Genuss ist dann dahin.

So, dann noch etwas zur Testfahrt auf dem Tollense-See: Die Wellen bei Süd-West auf dem See in allen Ehren (selbst erlebt, hätte fast die Spritzdecke zugemacht). Aber es ist kein Vergleich zu dem, was Dich auf den Schären erwartet. Das sieht vom Ufer recht beschaulich aus, aber auf dem Wasser geht das ganz anders zu. Pack' das Boot lieber auf's Auto und fahr nach Rügen/Usedom. Hier kannst Du dann bei leichtem Wind wirklich testen. Z.B. mal von Usedom nach Ückermünde über das Oderhaff. Oder von Lassan über's Achterwasser. Das trifft die Schärenbedingungen ziemlich gut.

Ausserdem solltest Du Dir bewusst sein, dass Bilderbuchwetter bei der Abfahrt keine Garantie ist, dass das Wetter so bleibt. Daher sei gerüstet für eine Kenterung. Der Ausleger ist keine Garantie. Die Südsee-Outrigger sind auch unsinkbar gebaut :wink:

Järven
14.03.2007, 23:27
Aber es ist kein Vergleich zu dem, was Dich auf den Schären erwartet. Das sieht vom Ufer recht beschaulich aus, aber auf dem Wasser geht das ganz anders zu.
Jain.
Wenn man in den inneren Schären bleibt (Ostküste!) ist das nicht riskanter als auf der MC Pommschen Seenplatte.
Aussenschären würde ich im Canadier generell nie machen.
Da gibts Dünung von der Seite und Wind von vorne oder umgekehrt- das kann im Kajak (ich paddel dort Faltboot- Feathercraft K1, K2 oder Khatsalano) schon heftig werden.
Aber z.B. Misterhult- Schären oder St Anna- Schären im inneren Bereich kann man auch im Canadier wagen. Die werden dort sogar verliehen.
Ich würde es nicht machen- wenn das Wetter ungünstig ist bedeutet das dass man schon mal 2 Tage auf einer Insel festsitzt.

Daher sei gerüstet für eine Kenterung.
Das ist eine nicht sehr professionelle Empfehlung. ;-)
Ich würde sagen- wenn das Wetter richtig scheusslich ist gar nicht erst lospaddeln. Vor allem wenn Kinder dabei sind. Denn im Fall einer Kenterung hat man mit sich selbst genug zu tun, sich dann noch um andere kümmern ist utopisch.

M.

michael.kramer
15.03.2007, 01:37
Ich würde sagen- wenn das Wetter richtig scheusslich ist gar nicht erst lospaddeln.
Ich schrieb vom Wetterumschwung. Da ist man leider schon unterwegs.

Markus.G
15.03.2007, 02:17
OT: Markus.G hat folgendes geschrieben:
Ich bin mit meinem (selbstgebauten) 16' Prospector in der Ostsee schon Brandungswellen abgesurft! und die Barentsee durfte das Boot auch schon bei ordentlich Seegang erleben.

Hast Du Bilder? Von Prospektor mit Spritzdecke und Ostsee-Surfen?


Vom Surfen gibt es leider keine Bilder, ebenso finde ich auf die Schnelle keine Fotos vom Spritzdeck. Falls Du Interesse hast: Ich müsste unter den Norwegen-Fotos noch welche haben, wo auch das Spritzdeck zu sehen ist.

Ansonsten: das (http://img341.imageshack.us/my.php?image=21088359dq5.jpg) und das (http://img261.imageshack.us/my.php?image=81215941zo0.jpg).
Die Spritzdecke besteht aus Cordura und wird über die kompletten Seiten per klettverschluss an den Außenwegern befestigt.


Viele Grüße

Markus

Järven
15.03.2007, 09:47
Ich schrieb vom Wetterumschwung. Da ist man leider schon unterwegs.
Der ist dort meist gut vorhersehbar. Und wenn Du die Gegend kennst - so weit sind die Inseln nicht auseinander. Da muss man wirklich nicht kentern ;-)
Das einzige was im Sommer dort gefährlich werden kann sind Gewitter, und die erkennt man in der Regel früh genug um anzulanden. (und das Wasser hatte letzten Sommer über 20 Grad- bin dann freiwillig gekentert zur Abkühlung)
Es gibt von Oskarshamn bis Stockholm etwa 6 Stellen wo man eine etwas weitere Strecke über offenes Meer paddeln muss. Die sollte man im Canadier nur bei sehr gutem ruhigem Wetter machen.
Ein anderes Problem dort sind die Algen. Ende Juni bis Mitte August kann es ganz scheussliche Algenblüte geben- das zeug ist giftig und da machts wenig Spass dort zu paddeln....
Nachsehen unter www.smhi.se
Frühjahr und Herbst/ Winter ist in den Schären dann eine andere Sache.

M.

hikingharry
15.03.2007, 14:27
Also als Paddler kenne ich ja nur die Strecke von Haparanda (schwed.-finn. Grenze) bis etwas weiter als Gävle runter.

Also kein Fachmann für die südschwedischen Schären. Aber ich denke doch, das michael.kramer und die andern mit ihren Bemerkungen recht haben. Beim Paddeln auf dem Meer gehört es dazu, zu wissen, was im Kenterfalle zu tun ist. Das halte ich für professionell.

Nicht nur durch vom Wind erzeugte Wellen ist eine Kenterung möglich. Da gibt es noch steile, kurze Wellen von Fährschiffen, die mensch dann vielleicht gerade von der verkehrten Seite bekommt. Wellen von Sport/Schnellbooten, wenn diese zum Spaß oder auch Unachtsamkeit mal nahe an einem mit voller Geschwindigkeit vorbeifahren, oder auch das plötzliche Auffahren auf eine Untiefe, weil mensch gerade etwas trinkt und die lichtdurchflutete Landshaft genießt.

Laut dem Küstenhandbuch Ostsee beträgt die mittlere Durchschnittsgeschwindigkeit für Wind in der Gegend von Oskarshamn im August ca. 10kn (um die 18,5km/h). Bei böigen Winden kann das schon etwas mehr sein. Heftiger Wind hatte sich bei mir manchmal innerhalb von 30 Minuten aufgebaut. Im Luleå skärgård hatten wir dann einmal so hohe Wellen, das ich in Wellentälern meine Partnerin in ihrem Kajak nicht mehr sah, bei vielleicht 20-30m Entfernung. Die Wellen können schon mal alle 2 Sekunden herkommen, bei 1m Höhe oder so.

Damit möchte ich jetzt nicht von einer Tour dort abraten, nur darstellen, das es immens wichtig ist, vorbereitet zu sein. Eben auch auf eine Kenterung.

Gruß hikingharry

Järven
15.03.2007, 16:17
Beim Paddeln auf dem Meer gehört es dazu, zu wissen, was im Kenterfalle zu tun ist.
Das ist Grundvoraussetzung wenn man auf dem Meer paddelt.
Da sollte es überhaupt keine Diskussion darüber geben.
Hab aber auch schon deutsche Paddler ohne Schwimmweste getroffen- das kann in Schweden auch unangenehm werden da verboten.
Aber das gehört imho zu den "Grundregeln".

M.

mopimops
24.03.2007, 18:55
Jo, wir kommen gerade von der Probefahrt, na ja....
Das schöne ist, dass man noch einiges verbessern kann.
Zuerst tut es mir leid, ich habe in der Aufregung leider vergessen, das ganze aufgetakelte Boot zu fotografieren....
Aber wir sind gesegelt! Im Wetterbericht steht Windstärke 4, ich fand es teilweise sehr windig auf dem See, wir hatten beim Zurückpaddeln gegen den Wind ziemlich große Mühe, das Boot vorwärts zu bringen. Sogar mit dem Kreuzen hat es einigermaßen hingehauen, aber es hat wohl einen Sinn, dass es Kurse gibt zum Segelnlernen...
Das was als erstes ausfiel war die Ruderanlage. Die war leider so nahe hinter mir konstruiert, dass ich einen sehr schlechten Winkel hatte, um das Paddel zu halten, musste also ziemlich viel Kraft invetsieren. Dafür hatte ich die Halterung aus sehr schönem Leder gebaut, das leider den Druck nicht standgehalten hat. (Inzwischen habe ich den schönen Lederriemen durch einen nicht so schönen Zurrgurt erstezt, der wohl besser halten wird.)
Irgendwann hatte sich dann auch vom Ausleger die hintere Halterung gelöst. Die unteren Klemmhölzer haben sich weggedreht (das habe ich inzwischen auch durch eine zweite Schraube unmöglich gemacht, es müsste nun halten).
Wir sind also an Land gepaddeld und haben das Segel und die Takelage eingepackt und sind dann zurückgepaddelt. Das allerdings war ein großer Erfolg. Das Boot liegt wahnsinnig stabil auf dem Wasser, auch große Wellen machen nichts. So könnte ich mich auch paddelnd in den Schären fortbewegen falls ich meine Segelkünste bis dahin nicht noch verbessere.

http://img455.imageshack.us/my.php?image=20070324150752jt6.jpg

http://img455.imageshack.us/my.php?image=20070324150703nh2.jpg

http://img455.imageshack.us/my.php?image=20070324161116ts6.jpg

Es gilt also weitere Erfahrngen zu sammeln und fürs erste soll es reichen

Gruß Ralf
[/img]

michael.kramer
24.03.2007, 22:09
Aber wir sind gesegelt! Im Wetterbericht steht Windstärke 4, ich fand es teilweise sehr windig auf dem See,
In Böen bis 8 Bft hier an der Küste. Das wird bei Euch dann schon auch noch 6 Bft.-Böen gehabt haben.

Das was als erstes ausfiel war die Ruderanlage. Die war leider so nahe hinter mir konstruiert, dass ich einen sehr schlechten Winkel hatte, um das Paddel zu halten, musste also ziemlich viel Kraft invetsieren. Dafür hatte ich die Halterung aus sehr schönem Leder gebaut, das leider den Druck nicht standgehalten hat. (Inzwischen habe ich den schönen Lederriemen durch einen nicht so schönen Zurrgurt erstezt, der wohl besser halten wird.)
Wenn der Druck im Ruder zu groß ist, ist das Segel nicht gut ausbalanciert. Da Du kein Vorsegel hast, kannst Du mit der Mastposition trimmen. Kannst Du den noch weiter nach vorn stellen?

zahl
25.03.2007, 11:00
mit dem ausleger dürfte auch bei großen wellen die stabilität kein problem sein. die outtrigger fahren ja auch auf dem meer rum. wenn du dir jetzt noch eine spritzdecke bastelst, die so angebracht wird, dass die wellen sie nicht abreissen, kannst du auch in den ostschären als paddler in einem kanadier spass haben. sowas mit lukendeckeln/spritzdecken über den mannlöchern.

beim segeln hätte ich bedenken, dass ich volle kanne auf einen stein unter der wasseroberfläche krache. passiert beim paddeln dort oben zwar auch hin und wieder, aber mit einem segel hast du weiger chancen darauf zu reagieren.

ansonsten ein toller canadier. schöne form und viel holz innen ....