PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tatonka Sherpa Dome PU


AskeT
24.01.2007, 18:42
Ausgepackt: Tatonka Sheroa Dome

Das Tatonka Sherpa Dome PU ist ein geodätisches 4-Stangen- Kuppelzelt, ausgelegt für 3 Personen. Wir hatten dieses Zelt für den Einsatzzweck Motorradtouren/Mitteleuropa (Belegung mit 2 Personen) bestellt. Das Sherpa Dome wird zur Zeit im Internethandel (L&M) für 199,90 EUR angeboten.

http://www.mz-oldtimerteile.de/adds/sherpa-dome.jpg


Erster Eindruck:

Das Packmaß ist mit den 4 Stangen natürlich nicht das kleinste und auch das Gewicht (5kg) ist nicht ohne. Für Rucksacktouren vielleicht zu schwer und zu sperrig, spielt dieses beim Motorradtransport so gut wie keine Geige. Das Außenzelt ist aus PU-beschichteten Polyester und macht nähtechnisch einen guten Eindruck. Das Innenzelt ist aus Ripstopnylon und ebenfalls gut verarbeitet. Die 4 gleichlangen Stangenbögen 9,5mm (Yünan) sind aus eloxiertem Alu. Das Zelt wurde in einem Rollverschlussbeutel geliefert, beigefügt war eine Gestängereparaturhülse, Sturmleinen und die passende Anzahl Alu-V-Profil-Häringe. Reperaturmaterial und Nahtdichter waren nicht dabei.


Probeaufbau:

Beim Aufbau der Kuppel (IZ zuerst) müssen die 4 Gestängebögen durch Netzkanäle geführt werden. Darüber gab es in diversen Bewertungen schlechte Kritiken, was wir allerdings nicht nachvollziehen können: selbst beim Erstaufbau klappte es auch alleine schnell und ohne jegliche Probleme. Von Vorteil sind die gleichlangen Gestängeböden. Farbmarkierungen an Gestänge/Kanälen, wie bei Zelten mit verschieden langen Bögen üblich, sind hier nicht erforderlich. Das Innenzelt bietet ein tolles Raumgefühl, aber für 3 große Personen wäre es dann aufgrund der Sechseckform doch eher zu klein. Für 2 Personen mit Motorradgerödel ist der Platz trotz der recht kleinen Apsiden aber sehr gut ausreichend. Die Bogenreißverschlüsse an den beiden IZ-Eingängen laufen leichtgängig. Die Nahtverarbeitung macht einen guten Eindruck. Das Innenzelt hat doppelte Moskito/Nylontüren, Teile des Dachbereichs bestehen aus Moskitonetz. Innen finden sich Ösen für ein GearLoft.

Das Überdach wird übergeworfen und mittels Ösengurten an den Gestängeenden befestigt. Danach kann man diese mittels Spannschnallen spannen. Das Aussenzelt hat mit Gurtband verstärkte Schlaufen für insgesamt 8 Sturmleinen, 4 davon an den Gestängekreuzpunkten. Allerdings sind leider von innen keine Klettgurte vorhanden, um die Gestängekreutzungspunkte zusätzlich mit den Sturmleinen zu verbinden.
Das Aussenzelt hat 4 große Lüfter (mit Mokitonetz), die allerdings nicht verschließbar sind. Das geodätische Zelt steht - wen wunderts - auch ohne Abspannung schon gut und faltenfrei. Der Stand des Zeltes ist bei voller Abspannung ist wiklich sehr schön. Ich traue diesem Zelt auch heftigen Wind zu.


Fazit:

Im Vergleich mit dem von uns ebenfalls geprüften Salewa Kashgar III - (siehe http://forum.outdoorseiten.net/viewtopic.php?t=17705 ) spielt das Sherpa Dome da schon in einer anderen Liga: Es ist alles ein bisschen ordentlicher und durchdachter gemacht. Wir werden dieses Zelt wohl behalten, denn für 199 Euro stellt es einen reellen Gegenwert dar. Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass wir von den häufigen Gestängebrüchen verschont bleiben, von denen in letzter Zeit bei Tatonka-Zelten berichtet wurde.

Bitte den Bericht nicht als richtigen "Test" zu verstehen, das Zelt wurde lediglich in einer Scheune zur Begutachtung aufgebaut.


Pimp my Sherpa Dome: http://kotisivu.dnainternet.net/luontola/retkeily/index_eng.htm)

Gruß
AskeT



.

Manush
01.02.2008, 23:52
Ein ergänzender Bericht aus der Praxis: Ich habe das Sherpa Dome Plus.
Durch den zusätzlichen fünften Gestängebogen wird die vordere Apsis sehr deutlich größer, was ich als positiv einstufe: Man kann Rucksäcke, schmutzige Schuhe, etc. wettergeschützt draußen lassen und hat so innen noch mehr Platz. Wenn man etwas Vorsicht walten lässt, ist bei schlechtem Wetter unter der Apsis auch regensicheres Kochen möglich. Das ist ziemlich praktisch. Wer das Zelt kaufen möchte, sollte ggf. die Plus-Version aus diesen Gründen bevorzugen.

Ansonsten ist das Zelt meines Wissens wie das Sherpa Dome.

* Aufbau: Erst alle Gestängebögen am Boden durch die Kanäle ziehen, dann aufstellen. So lässt es sich leicht aufbauen, auch alleine. Außenzelt einfach drüber. Das Gestänge ist zuverlässig und nicht bruchgefährdet.

* Raumgefühl: Für zwei Personen geradezu "üppig und luxuriös". Jeder hat eine Liegebreite von mehr als 1 m, und in der Länge stoßen selbst riesenlange und große Menschen nirgendwo an. Gepäck hat auch noch Platz, passt aber gut unter die vordere Apsis (Plus-Version). Ein wirklich außerordentlich großzügiges Raumgefühl für ein Trekkingzelt, so bequem fast wie im eigenen Wohnzimmer zuhause und erfreulich komfortabel. Bei schlechtem Wetter konnte ich's im Zelt gut aushalten. Auch die Sitzhöhe ist gut und das helle, freundliche Innenzelt hebt die Stimmung. Es ist aber nicht zu "knallig" in der Farbe, lockt also keine Insekten an.
Zwei Eltern mit Kind haben auch gut Platz, aber bei drei Erwachsenen geht das "besondere Komfortgefühl" dann allmählich verloren (zur Not geht's).

* Lüftung: Super! Immer "angenehmes Klima", weder zu heiß noch zu kalt. (Lediglich im Winter wäre ich bei starken seitlichen Schneeböen vorsichtig, da sich die Lüfter nicht schließen lassen.)

* Wetterfestigkeit und Zuverlässigkeit: Mein Tatonka Sherpa Dome Plus ist auch nach 4 Jahren und vielen Touren absolut regendicht, egal, wie sehr es schüttet und selbst nach tagelangem Dauerregen. Offensichtlich ist das Polyester Außenzelt sehr robust sowie gut und haltbar beschichtet. In der vorderen Apsis (draußen, nicht im Innenzelt!) bildet sich manchmal etwas Kondenswasser. Der Boden blieb immer dicht, erscheint aber trotz 10.000 mm Wassersäule vom Material her etwas "dünn". Ich hab deshalb immer eine Plane druntergelegt, der Boden bleibt dadurch sauber und es können keine Steine oder spitze Gegenstände aus Versehen "durchdrücken".
Bei Wind, selbst bei sehr starken und heftigen Sturmböen zeigt sich der große Vorteil der geodätischen Form - das Zelt steht total ruhig und stabil. (Unter Normalbedingungen braucht man eigentlich kaum Abspannleinen. In felsigen Gegenden, wo man kaum Häringe in den Boden kriegt, ist das ein Vorteil.)
Ich habe mit dem Zelt in ziemlich heißer Sommersonne Spaniens genauso angenehm gezeltet wie im Schweizer Winterschnee, dieses Modell ist nach meiner Erfahrung unter allen (!) Wetterbedingungen sicher und zuverlässig.
Ich habe damit in allen vier Jahreszeiten gezeltet (im Winter allerdings nur zweimal).

* Größter Nachteil: Das Gewicht. Das Sherpa Dome Plus kommt alles zusammen auf rund 5,5 kg. Deswegen würde ich heute evtl. nach einem leichterem Modell schauen. Für einen Einzelwanderer ist das eben zu schwer (verteilt auf zwei Personen okay, auf drei prima). Wer allerdings mit Fahrrad, Boot, Motorrad, Auto anreist/unterwegs ist, den bekümmert das nicht weiter. Geodäten sind nun mal meist etwas schwerer, aber dafür auch robuster und belastungsfähiger als reine Campingzelte. (Jedes Zelt ist irgendwo auch ein Kompromiss...)

* Größter Vorteil: Die solide Verarbeitung der Materialien und Nähte und die bisher einwandfreie Zuverlässigkeit bei jedem Wetter. Vor allem aber auch das komfortable Gefühl "richtig viel Platz" zu haben. Da ich "Sardinenbüchsen" hasse (man stößt ständig irgendwo am Zelt oder am Nachbarn an) war das damals mit ein Kaufgrund, und ich finde es jedes Mal wieder angenehm, mich bequem ausbreiten zu können.

* Mein Fazit: Gutes und verlässliches Allround-Zelt zu vergleichsweise günstigem Preis, leider etwas schwer, aber 'ne sichere Schutzhütte mit "viel Platz" für zwei Personen.

Manush

Prachttaucher
02.02.2008, 12:00
Hallo,
ich habe seit mehreren Jahren das Mountain Dome Plus und bin sehr zufrieden mit Qualität, Robustheit und Belüftung + gutes Preis/Leistungsverhältnis. Wenn man nicht so auf das Gewicht achten muß (bei mir/uns zum Paddeln) hat man hier wirklich eine luxuriöse Unterkunft(aufrecht sitzen gut möglich). Gerade auf längeren Reisen oder bei längeren Regenphasen würde ich ungern darauf verzichten. Zum Wandern habe ich jetzt allerdings auch ein Leichtzelt gekauft.
Gruß Florian