Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wo und wie entstand Survival?
Ich schreibe zur Zeit an einer Seminarfacharbeit, die von großer Bedeutung für mein Abitur ist. Es geht um Rüdiger Nehberg und Survival. Ich müsste allerdings einmal wissen wo und wie Survival in Amerika entstanden ist und wie es dann nach deutschland kam. Wenn ihr mehr wisst oder eine Seite wisst, die mehr weiß, dann schreibt sie mir bitte!!! Danke im Vorraus!!! MfG Felix :shock:
Survival gibs doch seit Menschen gedenken. Das meiste sind einfach Fähigkeiten die der Mensch verlernt hat. Hoch gekommen ist es denke ich durch das Militär. Mit einer Quelle kann ich dir nicht dienen, da ich es selber vermute. Von Internetseiten ist in der Facharbeit eh abzuraten. Such dir ein gutes Buch das schindet Eindruck. Wie sind eure Bestimmungen. Also Zeit und Umfang? Ich musste über mein Thema (Mineralstoffmangelverscuhe an höheren Pflanzen am Beispiel der Puff Bohne Vicia Faba) 15 Seiten schreiben + Anhang. Über 50% mussten Buchquellen sein. Du hast voll das gute Thema erwischt. :) In welchem Fach ist das?
Viel Erfolg bei deiner Suche
Gruß vince
sjusovaren
04.09.2006, 23:57
So ne ähnliche Frage gabs hier vor einigen Wochen schon mal...
http://forum.outdoorseiten.net/viewtopic.php?t=14686&start=0
Die Antworten waren aber nich wirklich brauchbar... :bg:
Vielleicht hast du jetzt ja mehr Glück!
Auf der Webside: http://www.abenteuerurlaub-online.de/survival/survival.htm heisst es folgendermaßen:
Survival heißt auf englisch einfach nur Überleben. Spätestens aber seit dem Zweiten Weltkrieg steht der Begriff Survival aber für eine Kunst. Die Kunst zu Überleben, wenn man eigentlich schon tot sein müsste, die Kunst zu improvisieren und niemals aufzugeben, die Kunst bei Notfällen nicht in Panik oder Resignation zu versinken, sondern Beispiel zu geben und sie als Herausforderung zusehen, die Kunst unsere Natur als Freund und nicht als Bedrohung zu erkennen ...
Unsere Urahnen und viele Naturvoelker praktizierten Survival Ihr Leben lang und schafften es so in Einklang mit der Natur zu leben, ohne sie zu überfordern. Allerdings trainierten sie Survival auch von klein auf jeden Tag ihres Lebens und waren dabei noch nicht so degeneriert wie wir. Trotzdem erfroren oder verhungerten auch sie hin und wieder, wie Dir Oetzi bestätigen kann. Survival ist also kein Wundermittel, aber es erhöht Deine Überlebenswahrscheinlichkeit enorm und gibt Dir dadurch jede Menge Selbstvertrauen und ein völlig neues Naturverständnis.
Ich denke, dass trifft es ganz gut. Auf der Seite sind noch mehr Infos, die Du eventuell gebrauchen kannst. Allerdings solltest Du Dir wirklich auch mindestens ein Buch zu diesem Thema besorgen. Ich persönlich empfehle Dir da das Suvival Lexikon von Rüdiger Nehberg. Da sind die Infos (wie in einem Lexikon üblich) nicht so ausführlich, aber es gibt Dir einen guten Überblick, was alles zum Survival dazugehören kann.
MfG.
Mac
P.S. Wieviel Zeit hast Du für diese Arbeit? Kannst Du mir eine Kopie davon zukommen lassen, ist bestimmt interessant!
Unsere Urahnen und viele Naturvoelker praktizierten Survival Ihr Leben lang und schafften es so in Einklang mit der Natur zu leben, ohne sie zu überfordern.
IMHO ist das ziemlicher Schwachsinn. Das Ziel der Menschen war damal wie heute einfach nur, möglichst angenehm zu leben. Der einzige Unterschied ist, dass sich für den Durchschnittsbürger die Randbedingungen geändert haben. Das liegt aber ganz einfach daran, dass der Mensch ein "Herdentier" ist und sich die "Herde" insgesammt weiterentwickelt hat. Sobald ich versuche, das alles auf den Einzelmenschen zu reduzieren, liege ich heute genauso wie vor 1000en von Jahren weit neben der Realität.
der andere Mac
@ derMac: ich stimme Dir voll und ganz zu, daß die Menschen damals ihr tun nicht als Suvival angesehen haben. Erst wir, die unter anderen Bedingungen geboren und aufgewachsen sind, sehen es als Survival an. Für die Menschen damals war es einfach das tägliche Leben im Rahmen ihrer Möglichkeiten.
Wobei ich die Aussage (wohlgemerkt von einer Homepage, nicht von mir) aber nicht einfach als Schwachsinn abtun möchte. Denn das Naturvölker auch heute noch in relativer Harmonie mit der Natur leben und dazu nur die einfachsten Mittel benutzen, kannst selbst Du nicht leugnen. Und das, obwohl sie sich das Leben ja auch angenehmer gestalten könnten.
MfG.
Mac
Waldwichtel
20.09.2006, 11:18
In Deutschland ist "Survival" doch erst durch Rüdiger Nehberg Ende der 70er bekannt geworden! Davor hatte man hierzulande das Wort "Überlebenskampf" nur auf die Tierwelt bezogen (Darwin&Co).
Im übrigen geht es doch jedem Menschen nur darum, zu (über)leben...
sjusovaren
20.09.2006, 12:42
Allerdings trainierten sie Survival auch von klein auf jeden Tag ihres Lebens und waren dabei noch nicht so degeneriert wie wir. Trotzdem erfroren oder verhungerten auch sie hin und wieder, wie Dir Oetzi bestätigen kann.
Mit einem Pfeil im Rücken, hat man auch verdammt schlechte Karten..
Ihr kennt vermutlich das Buch "In die Wildnis" von Jon Krakauer!? Der darin dargestellte McCandless kannte sich vermutlich sehr gut mit Nahrung aus der Natur aus. Schließlich ist er Jahrelang durch die Gegend gezogen, mit oft nicht mehr als ein paar Pfund Reis. Auch er verhungerte. Vermutlich ja, weil er etwas gegessen hatte, was in dem Zustand nicht gut für Ihn war. Er wurde krank und konnte keine Nahrung mehr suchen.
Ich denke, daß der Autor der Homepage, von der ich diesen Text habe, damit so einen Umstand gemeint haben könnte. Es reicht aber auch ein strenger Winter. Ist dann schon schlecht, wenn am Ende der Nahrung noch soviel Winter übrig ist.
MfG.
Mac
Hallo,
wenn es um Rüdiger Nehberg geht, würde ich den mal interviewen. Ich habe das für meine Diplomarbeit 1980 auch getan. Es war sehr erhellend. Vor allem im Unterschied zu einigen anderen, die ich auch aufsuchte....
Grüße Enja
Wobei ich die Aussage (wohlgemerkt von einer Homepage, nicht von mir) aber nicht einfach als Schwachsinn abtun möchte. Denn das Naturvölker auch heute noch in relativer Harmonie mit der Natur leben und dazu nur die einfachsten Mittel benutzen, kannst selbst Du nicht leugnen. Und das, obwohl sie sich das Leben ja auch angenehmer gestalten könnten.
Es gibt kaum noch Naturvölker die in "relativer Harmonie mit der Natur" leben. Außerdem mag ich die Unterteilung in Mensch und Natur nicht, da der Mensch IMHO Teil der Natur ist. Und was genau ist eigentlich "Harmonie mit der Natur"?
Die von dir angesprochenen Völker leben aber auch in größeren Gruppen (der Begriff Survival wird im allgemeinen nicht auf das längerfristige Zusammenleben größerer Menschengruppen angewendet). Und sie gestalten ihr Leben nicht angenehmer, weil sie in Ihrer momentanen Situation keinen Grund sehen (da gibts viele Gründe, das ist sicher sehr komplex). Sobald sich ihre Umwelt ändert, werden sie sich notgedrungen anpassen. Zumindest haben diese Leute von sich nicht den Eindruck zu Survivaln sondern sie leben ganz "normal". Der Begriff Survival stellt aber gerade eine Abgrenzung zum "normalen" Leben da.
Mac
@ Enja
Kannst Du Dich eventuell etwas mehr auslassen? Was war interessant? Wovon handelte Deine Diplomarbeit genau?
MfG.
Mac
@ derMac
Ich habe ja ebenfalls gesagt, daß es für diese Völker (damals und heute) kein Survival ist, was sie tun, sondern eben ihr Leben.
Es ist aber immer wieder schön zu sehen, was für Diskussionen man entfachen kann, wenn man einfach den Text von einer Homepage kopiert.
Unter in Harmonie mit der Natur leben ist der falsche Ausdruck, das gebe ich zu. Es ist wieder so ein geflügelter Ausdruck, den ich dreisterweise übernommen habe. Was ich meine ist, daß diese Naturvölker die Natur nicht übergebührend belasten (Beispiel Wanderfeldbau), so das die Umwelt die Möglichkeit hat, sich zu erholen.
Ich mache auch ungern eine Unterscheidung bei Mensch & Natur, ich habe aber feststellen müssen, das einige Individuen (mehr oder weniger viele) sich sehr weit von der Natur entfernt haben.
Aber sagt man nicht auch bei Tieren ..... und seine Umwelt?
sjusovaren
20.09.2006, 14:00
Was ich meine ist, daß diese Naturvölker die Natur nicht übergebührend belasten (Beispiel Wanderfeldbau), so das die Umwelt die Möglichkeit hat, sich zu erholen.
Dürfte IMO weniger an einer tieferen Einsicht liegen, sondern schlicht an den fehlenden Fertigkeiten, die Natur den eigenen Bedürfnissen anzupassen.
Wenn der Mensch die Macht hat, nutzt er sie erfahrungsgemäß auch.
Leider hast du Recht. Selbst wenn es immer wieder Individuen gibt, die das nicht tun, so gibt es immer auch welche, die Macht ausnutzen. Und über die graue Masse brauchen wir da gar nicht zu reden, die läuft generell der Macht hinterher.
MfG.
Mac
Hallo Mac,
in meiner Arbeit ging es im Prinzip um Wüstenreisen. Motive, Vorstellungen, Erwartungen. Sinn und Unsinn. U.a. auch um die Kommerzialisierung. In diesem Rahmen fielen wir über Herrn Nehberg, aber auch über diverse andere Größen der damaligen Szene. Herr Nehberg stach von den anderen sehr angenehm ab. Stand uns willig Rede und Antwort. Bewirtete uns mit Kaffee und Kuchen und führte uns durch die Backstube.
Grüße Enja
Menelaos
20.09.2006, 17:23
Nett ... Enya, gibts Deine Diplomarbeit auch irgendwo zum Download? Würde mich echt sehr interessieren ... thx
hikingharry
20.09.2006, 17:59
Ich müsste allerdings einmal wissen wo und wie Survival in Amerika entstanden ist und wie es dann nach deutschland kam.
Hans-Otto Meissner schrieb sein Buch "Die überlistete Wildnis" 1967. Es kam im Bertelsmannverlag heraus. Antiquarisch noch erhältlich. >>klick (http://cgi.zvab.com/SESSz63916446311158767634/cgi-bin/n_xsearch.cgi?uc=de&shp=0&dcurr=EUR&noimg=0&lang=de&term=die+%FCberlistete+Wildnis&ath=&tle=&days=&rpp=10&x=0&y=0).
Das erste Kapitel lautet: Was ist Survival?
Ganz gute Erklärungen drin.
Gruß hikingharry
@ Enja
Mich würde Deine Diplomarbeit auch interessieren. Wenn Du sie also irgendwo zum Download hast, oder sie per Email verschicken kannst, wäre ich sehr dankbar.
MfG
Mac
*hüstel* Die wurde damals noch mit Schreibmaschine geschrieben. Also etwas schwierig mit Download. Inhaltlich ist das auch irgendwie Schnee von gestern. Damals dachten wir noch, die Welt würde in großen Schritten besser und die Völkerverständigung sich ausbreiten. Kam dann irgendwie anders.
Aber die Herstellung hat viel Spaß gemacht. Nette Reisen. Interessante Leute kennengelernt.
Grüße Enja
Na ja, die Völkerverständigung ist mit dem Internet ja schon irgendwie besser geworden. Wann hatte man je zuvor die Möglichkeit, sich in kürzerster Zeit mit Leuten von überall auf der Welt auszutauschen?
Vielleicht kannst Du ja einige Auszüge aus Deiner Arbeit posten, denn ich glaube, so veraltet ist das alles nicht.
MfG.
Mac
Ehrlich gesagt, wüsste ich im Moment gar nicht, aus welchem Regal ich meine Diplomarbeit downloaden könnte.
Die Bedingungen waren damals sehr anders. All das tolle Equipment von heute gab es damals noch nicht. Und wenn, konnten wir es uns nicht leisten. Vor allem gab es kein GPS. Man verabschiedete sich damals in die Wüste und hatte in der Zeit eben keinerlei Kontakt mehr mit der Heimat. Seinen Weg musste man sich selber suchen. Da gab es kaum Hilfe.
In der algerischen Sahara hatte man damals etliche Luxushotels bebaut. Das waren so richtige Touristen-Ghettos. Wobei die Touristen wirklich sehr dünn gesät waren und so richtig klappte das auch nicht. Bringt nichts, wenn ich ein hochmodernes Gebäude baue und die Strom- und Wasserversorgung klemmt. Mal ganz abgesehen davon, dass es wenig zu essen und zu trinken gibt, weil die Belieferung nicht funktioniert.
Wir machten uns also Gedanken über einen ökologisch und auch sonst verträglichen Tourismus, der bei den Reisenden Verständnis für das Land und seine Kultur, sowie auch für seine Lebensbedingungen weckt. Gleichzeitig haben wir eine umfangreiche Umfrage über die Motive gemacht, die die Menschen in die Wüste treiben und ihre Erwartungen. Das war sehr interessant.
Damals schon gab es eine ganze Reihe Leute, die auf diesem Sektor das Hobby zum Beruf machen wollten, Ratgeber schrieben, Ausrüstung verkauften, Dia-Vorträge oder versuchten, organisierte Abenteuer-Touren anzubieten. Mit denen haben wir uns unterhalten. In diese Reihe gehörte Herr Nehberg. So bekannt wie heute war er damals noch nicht. Aber er fiel ziemlich raus aus dem Einerlei.....
Später brach dann der islamische Fundamentalismus aus und es war Essig mit der Völkerverständigung, genau wie auch mit den Reisen in diese Gegend. Der Wunsch der dortigen Behörden, die Touristen schön separat zu halten, wurde eher stärker als schwächer. Die Entwicklung ging genau in die andere Richtung.
Die Arbeit gehörte in das Fachgebiet "Bauen für die dritte Welt", war also sicher anders, als ihr euch das vorstellt.
Grüße Enja
Es hört sich aber schon recht interessant an. Vor allem dieses: ohne Hilfsmittel interessiert mich. Wie habt ihr improvisiert? Welche gerätschaften wurden zu dieser Zeit benutzt?
Viele Survivors sind ja der Überzeugung, daß es irgendwann den Chrash geben wird und dann nichts mehr läuft. Auch wenn ich diese Meinung nicht zu hundert Prozent teile, so interessieren mich doch einfache und vor allem stromlose Techniken.
MfG.
Mac
muß mich mal kurz einmischen
hier hat einer gesagt die natur völker leben soweil sie ihre umwelt nicht ändern können
is falsch
die leben meist so weil sie sie aus glaubensgründen(kurz religion) nichts ändern dürfen an der natur
nur was sie benötigen dürfen sie nehmen
sollte man mal drüber nachdenken :roll:
Es wurde auch gesagt, daß der Mensch es möglichst bequem haben möchte. Vielleicht ändern die Naturvölker auch nichts, weil es sonst unnötigen Aufwand, also Stress verursachen würde.
Hallo,
die "Naturvölker" (macht mir irgendwie Bauchschmerzen die Bezeichnung), die wir in der Wüste trafen, hätten beim besten Willen nichts an ihrer Situation ändern können. Sie hatten einfach keinerlei Ressourcen und es herrschte weitgehend blanker Überlebenskampf. Die einzige Möglichkeit besteht dann darin, sich von den Kindern zu trennen, um ihnen Bildung zu verschaffen. Ob die dann zurückkommen und ob das überhaupt Sinn machen würde, weiß ich nicht.
Unsere Reisen waren keine Survival-Reisen. Deshalb gingen wir damals auch mit gehörigen Vorbehalten auf Rüdiger Nehberg zu.
Mit bescheidenen Mitteln haben wir sie deshalb durchgeführt, weil es so manches noch nicht gab wie etwa GPS und weil wir Studenten waren. Ein hochgerüsteter Geländewagen war für uns deshalb nicht erschwinglich.
Wir mussten uns also selbst orientieren. Nach unzulänglichen Karten und Pistenmarkierungen. Wir mussten unseren VW-Bus oder später dann Käfer immer mal wieder aus Sand oder Schlamm buddeln und selber reparieren. Wir schliefen auf irgendwelchen Matten auf dem Fußboden und verwendeten weiter südlich eine alte Gardine an verschiedenen Ästen als Moskitonetz. Wir ernährten uns von dem, was es an Ort und Stelle zu kaufen gab. Auf einer Reise waren das mehrere Monate lang ausschließlich Reis und Zwiebeln. (Die Zuladungsmöglichkeiten unseres Autos waren so gering, dass wir gerade mal das Benzin laden konnten mit dem allernötigsten an Trinkwasser, aber nicht etwa Nahrungsmittel in großem Stil aus Europa mitbringen.) An den Füßen trugen wir, wie alle Einheimischen dort auch, die üblichen Flip-Flops. Auch sonst passten wir uns kleidungstechnisch an, weil es einfach praktisch war. Wir konnten nichts kühlen. Wir fuhren immer im Hochsommer bei Temperaturen um die 50 Grad. Das Trinkwasser kühlten wir landesüblich so weit es ging in einer Gerba runter. Es schmeckte sowieso abscheulich, da meist aus merkwürdiger Quelle. Teure Filteranlagen konnten wir uns nicht leisten. Es musste also in ausreichender Menge abgekocht werden. Soweit es ging auf offenem Feuer. In Gegenden, wo es kein Brennmaterial gab, auf einem chinesischen Petroleum-Kocher. Einfach ein Behälter, bei diverse Baumwolldochte in einen Petroleum-Behälter hingen.
Das war eine ziemlich faszinierende Art, Land und Leute zu erleben. Kein Vergleich mehr mit Reisen, wie sie heute stattfinden.
Wenn es mit dem Auto nicht mehr weiterging, sind wir zu Fuß weitergegangen oder haben öffentliche Verkehrsmittel benutzt. Auch eine spannende Sache. Wir sind zum Beispiel 1981 quer durch den Jemen gelaufen. Getragen haben wir dabei im Wesentlichen die nötigen Wasserflaschen und jeder seinen Schlafsack. Mehr war nicht drin und auch nicht nötig. Man nahm uns überall mit offenen Armen auf und begrüßte uns eher zu herzlich. Geschlafen haben wir - einfach weil wir die Einsamkeit schöner fanden - in irgendwelchen Felshöhlen. Da fühlten wir uns sicherer als am Wegesrand, weil ständig irgendwo rumgeballert wurde. Man möchte ja nicht mal versehentlich im Wege liegen.
Als wir dann damals mit R.N. sprachen, waren wir eigentlich schnell auf einem Nenner. Zwar war der Härtegrad unserer Unternehmungen nicht der gleiche, der Ansatz aber durchaus. Den Medien-Nehberg haben wir jedenfalls nicht gefunden.
Grüße Enja
Deine Aussagen über Rüdiger Nehberg decken sich soweit mit meinen. Ich hatte nie das Vergnügen, ihn in seinem Zuhause besuchen zu dürfen. Bei mir war es lediglich einer seiner Vorträge und ein wenig Smalltalk in den Pausen, aber auch mir ist diese Person Nehberg sehr positiv in Erinnerung geblieben. Ich glaube auch nicht, daß er so Mediengeil ist (anders z.B. Reinhold Messner), er nutz halt nur gelegentlich seine Bekanntheit zum Wohle anderer aus. Ich finde daran nichts verwerfliches.
MfG.
Mac
Wir saßen auf seinem Sofa. Bekamen von ihm Kaffee gekocht und Kuchen serviert. Anschließend eine Backstuben-Führung. Da war nichts effekthaschendes oder mediengeiles. Nicht einmal im Ansatz. Der Einsatz seines Namens für die Yanomami oder ähnliches war noch im Kommen.
Es ging, jedenfalls so, wie er es uns damals erzählte, nicht darum, mit Gewalt Würmer zu essen oder jeder Bequemlichkeit aus Prinzip eine Absage zu erteilen.
Der Messner hat uns leider in seinem Schloss nicht empfangen wollen und war auch nicht bereit, unsere Fragen sonst irgendwie zu beantworten. Andere Celebrities schickten Kostenvoranschläge.
Grüße Enja
Schorsch53
26.09.2006, 13:45
Hallo Survivors,
ich war auch in etwa zu der Zeit (1984?) bei Onkel Rüdiger zu Hause in Rausdorf (Mühle) und kann das von Enja erwähnte nur unterschreiben! Als er von unserer Kanureise nach Skandinavien hörte, lud er uns sofort zu sich ein, brachte uns Brötchen mit und wir durften bei ihm übernachten. Einige Sachen, die damals schon medientechnisch etwas daneben liefen, konnte er so in direktem Kontakt korrigieren (Deutschlandmarsch / Würmerfressen etc. - warum und wieso).
Der Hammer war, als er zu unserem Treffen auf unserer Rückreise vom "hohen" Norden nicht selbst in die Mühle kommen konnte, hat er einfach der Nachbarin gesagt, sie soll uns aufschließen und uns in sein Haus lassen zum Übernachten. Morgens ist er dann gekommen und hat uns frische Brötchen mitgebracht und wir frühstückten zusammen!
Furchtbar aufgeregt hat er sich über die damalige Meldung in der Bildzeitung, als diese während seiner ersten Reise zu Fuß zu den Yanomami bereits den Ort seines Todes im Amazonasgebiet veröffentlichte. Nicht sehr Pietätvoll gegenüber Maggy Nehberg und der Tochter. Mittlerweile war so eine Todesmeldung dann schon mehrfach passiert (zum Glück immer nur Zeitungsenten).
Für die freundliche Aufnahme revanchierten wir uns natürlich und waren schließlich sein verlängerter Arm in Süd(-west)deutschland und alle survivalinteressierten Jugendlichen, die ihn löcherten: "Rüdiger, wir wollen einen Survivalkurs bei dir machen, aber wir können nicht nach Hamburg kommen....", hat er zu uns geschickt.
Nachzulesen auch auf meiner kleinen "Survival"-Homepage (Adresse im Profil).
Viele Grüße
G.
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