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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Feuermachen mit feuchtem bzw. nassem Holz


Sir Vivor
28.01.2003, 17:02
Hi,

hat jemand von Euch schon mal mit feuchtem oder nassem Holz Feuer
gemacht bzw. machen müssen?

Habe eben 'Discovery' mit dem Thema 'Eisige Kälte - Überleben am Limit'
gesehen. Da hat jemand zunächst die feuchten Äste entrindet, dann mit dem
Messer am Ast entlang 'Federkiele' geschnitten. Dabei wird der Ast nach
jedem Schnitt gedreht, bis eine Art Fächer entsteht, der dann abgeschnitten
wird. Ließ sich dann problemlos mit 'nem Streichholz entzünden.

Wer hat damit Erfahrungen bzw. kennt einen Link dafür?

Sir Vivor

Survivor
28.01.2003, 18:47
HI!
Ja, hab schon öfters mit nassem holz feuer gemacht.
Zum anzünden braucht man unbedingt trockenes Holz. Entweder man sucht welches ( unter Bäumen mit viel Blättern, freihängende Äste)
Was allerdings nach langem Dauerregen recht schwer, aber möglich ist.
Oder man schneidet von dicken nassem Holz das nasse äusere weg und macht aus dem Rest Lockenstöcke und dünne Holsspäne.
Am besten ist bei nassem Wetter Nadelholz wegen dem Harzgehalt.
Birkenholz soll antscheinend sogar nass Brennen!
Hab's aber noch nicht ausprobiert.
Wenn das Feuer erst mal an ist kann man auch feuchtes/nassers holz nachlegen.

Jens
28.01.2003, 19:29
Birkenholz brennt nach meinen Erfahrungen eigentlich immer, weil es Terpentinöle enthält. Schwierig ist es genügend trockenes Material für das Feuernest zu sammeln. Bei längeren Touren, bei denen man auf offenes Feuer angewiesen ist, sollte man sich die Mühe machen, Birkenrinde, Kiefernspäne, alte Vogelnester ect. zu sammeln. Feuchtes Holz brennt manchmal ganz gut an, wenn man es vorher kräfig an einem Kerzenstummel reibt.

Jens

Dominik
28.01.2003, 19:46
Hallo,
Feuer machen bei nassem Wetter kommt ganz auf die Region an.
In Canada geht das einiges leichter als hier in Deutschland.
In der Wildnis findet man viel mehr totes Holz, dass auch noch nach starken Regengüssen ziehmlich trocken ist.

Hier in Deutschland ist sowas natürlich ziehmlich schwer. Die Bäume sind teilweise zu hoch als das man an Äste käm. Andere wiederum sind einfach extrem nass, man findet wenig totes Holz usw.
Aber man kann auch hier Feuer machen, man muss nur genug üben. Die Methode mit dem Rauschlagen ist ziehmlich ätzend. Ich habs schon ein paar Mal angewendet und manchmal hats echt nicht funktioniert --> lebendes Holz brennt auch im "trockenem" zustand nicht so gut wie totes.
Hier in Deutschland sucht man sich am besten ersteinmal von Nadelgehölz die kleinen toten Ästchen unter den Bäumen. Davon müssen genug da sein. (kann manchmal nervig sein bei nem pi** Wetter was trockenes zu finden).
Falls es regent packt man dann am besten die "Anmacher" in eine trockene Gegend (Rucksack, unter Jacke usw.)
Ja und dann muss man halt von daumendicken bis armdicken Holz die nasse "Haut" abschlagen. Wie man dann Feuer macht brauch ich dann nicht mehr beschreiben oder ;-).

Viel viel schwieriger wird es dann aber mit dem Feuerbohrer bei Regen. Bei nassem Wetter..ach du scheiße :P .

Birken brennen nicht unbedingt so gut wies oft in Büchern steht. Nadelholz brennt da schneller, wenn auch nicht so lange.
Jedoch kann man die tote Birkenrinde (dieses Papierähnliche Material) super als Feueranzünder nutzen.

Achja, ich hab neulich mal diese "Schweiß"-Feuerzeuge ausprobieren dürfen. Bei Regenwetter sind die Teile unglaublich nützlich. Natürlich hat das nicht wirklich was mit Survival zu tun. Feuerbohrer ist da natürlicher, aber die meisten benutzen ja Feuerzeuge. Der kauf lohnt sich..

Gruß
Dominik

Finn
28.01.2003, 23:18
Wenn ich angeln gehe mache ich öfters Feuer. Und da nun nicht immer die Sonne scheint wenn man unterwegs ist, so muss auch mit nassem Holz Feuer gemacht werden. Um das Feuer anzumachen suche ich immer trockenes (totes) Holz. Ist hier nicht allzuschwer zu finden. Dann schnitze ich darauch "Tännenbäume" oder wie Survivor auch sagt "Lockenstöcke". Das brennt dann ganz gut an.

Gruß
Finn

Shirkan
29.01.2003, 01:17
ja genau, man muss halt die Angriffsfläche des Feuers vergrößern --> wenn man solche Kerben ("Tannenbäume ") reinschnitzt!
je größer das Holz desto schlechter brennt es an --> aber das weiß sicher jeder !
Birkenrinde brennt wirklich gut --> auch nass!

mehr kann ich auch nicht dazu sagen !!!

cu
Shirkan

Akela
29.01.2003, 19:12
Auch wenn schon erwähnt: Birkenrinde :) (wenn vorhanden :( )
- ist einfach genial, die brennt frisch vom Baum und klatschnass vom Dauerregen!

Auch unter einem dichten Fichten / Tannenbaum ist oft noch feines trockeneres Geäst zu finden - weiteres siehe oben!

Tempos kann man hingengen vergessen :ill:

Aber ich denke wenn man sich nicht gerade in einer Notsituation befindet und alles verloren hat, lässt sich im Gepäck immer noch was zum anzündeln finden (besondest wenn wann was eingesteckt hat :bg: )

Jens
29.01.2003, 19:18
Wer an Holz vom Wacholder kommt sollte sich evtl. auch zwei drei Stück mitnehmen. Das brennt zwar recht schwer an, dafür höllisch heiß und schnell, so dass es gut geeignet ist, um feuchtes Holz zu trocknen.

Survivor
30.01.2003, 10:07
Noch was zu Feuermachen:
Um Zunder herzustellen kann man mit einen scharfen Messer an der Jeans od. anderer Baumwollhose entlangfahren (flach halten!)
der entstehende Flaum brennt schon beim Kontakt mit dem Kleinsten Funken!! und Glüht nicht, wie der meiste zunder, sondern Brennt !!
Alexander

Shirkan
30.01.2003, 12:07
h

nur schade um die Hose ! ;)

man koennte ja auch gleich die ganze Hose nehmen !

gut Pfad
Sebastian

Dominik
30.01.2003, 12:44
Jap, die Methode ist ganz gut...

Zum Treffen bring ich verschiedene Zunderarten mit..unteranderem aus Canada eine Wollart...es gibt echt ungengen was man alles verwenden kann..

Der Wolf
30.01.2003, 20:44
Ganz oben wurde ja Birkenholz vorgeschlagen, und zwar ist es die Rinde, die auch wenn sie nass ist, noch sehr gut zum Feuermachen geeignet ist, Anmachholz wären zum Beispiel die düren abgestorbenen Äste unten an den Tannen oder Fichten.

Sir Vivor
30.01.2003, 21:07
Hi,

danke für Eure Tips! Falls mal jemand speziell zum Thema "'Federkiele',
'Lockenstöcke' oder 'Tannenbäume' als Zunder" einen Link- oder Buch-Tip hat, dann immer her damit!

Es grüßt...

...Sir Vivor

Der Wolf
02.02.2003, 17:47
Ich habe noch eine Tabelle gefunden zum Thema
Holzarten und ihr Heizwert
Ich denke, sie ist eine gute Ergänzung :D !

Heizwert 100 entspricht guter Glut bei lebhafter Flamme. Die einzelnen Holzarten weisen, ausgehend von diesem Index, folgende Heizwerte auf:

Holzart Heizwert Eigenschaft

Hagebutte 100 gute Glut, lebhafte Flamme

Eiche 99 brennt langsam, ausgezeichnete Glut

Esche 92 brennt langsam, gute Glut

Ahorn 91 gute Flamme

Birke 89 brennt schnell, wärmt gut, helle Flamme

Ulme 84 brennt langsam, gibt aber viel Wärme

Buche 80 gutes Brennholz, gute Glut, helle Flamme

Weide 71 helle, rasche Flamme, lässt sich leicht entzünden

Tanne 70 lebhafte Flamme, wärmt schnell, gibt Rauch und ist rasch verbrannt

Erle 67 brennt schnell und gibt viel Wärme, ist aber rasch verbrannt

Kiefer 67 lebhafte Flamme, gibt viel Wärme, verbrennt schnell, starke Russentwicklung

Fichte u. Lärche 66 mittelmäßiges Brennholz, brennt leicht an, aber ohne Glut

Kastanie 20 schlechtes Brennholz, wenig Wärme, gefährliche Funken

Viel Spass bein Feuermachen!

knister, knister :bg:

Der Wolf

Sir Vivor
02.02.2003, 19:41
Hej Wolf,

gute UND nützliche Tabelle... Werde mal sehen, ob ich demnächst mal
'n paar Werte ausprbieren bzw. dann bestätigen kann...

...Sir Vivor

Der Wolf
04.02.2003, 18:29
jau, tu das, wie gesagt, viel spass beim ausprobieren!

Survivor
05.02.2003, 14:32
Ist aus dem Buch: "Das Große Buch der Überlebenstechnicken" :wink:
Oder?

Der Wolf
05.02.2003, 20:00
Nee, hab ich entweder von einem Bekannten bekommen oder aus irgend einem Heft der DeutschenWaldJugend mal entnommen, weiß ich aber nicht mehr so genau! :wink:

Chrigel
24.02.2003, 14:47
bambus
bambus eignet sich super um ein feuer in gang zu bringen. hatten in patagonien immer regen und doch nie ein problem beim feuermachen. bambus brennt immer. leider nicht sehr lange aber zum starten oder für einen zwischen-boost ideal. habe es selbst nicht geglaubt, sogar grüner bambus geht ab wie zunder. keine ahnung aber ob das mit jeder bambus-art geht.

Eiszapfen
30.06.2004, 00:33
Hi,im Schneeregen hab ich öfters schon Feuer gemacht.Praktisch ist ein selbstgebauter Hobo-Ofen.Man kann sein Feuer überall mit hinnehmen und er verbraucht nur wenig Brennholz.Nähern sich ungebetene Gäste kann man den Hobo-Ofen mit einem Stein abdecken,oder sich schnell mit ihm verdrücken.Man kann ihn auf nassem Untergrund befeuern oder am Drahtbügel aufhängen und er ist windunempfindlich.Zudem kostet er nichts,weil er aus einer alten Blechdose und einem Drahtstück,mittels eines Messers,schnell gebaut werden kann.An trockenes Holz ranzukommen ist garkein so großes Problem.Man sammelt abgestorbene Zweige,schält sie und schnitzt kleine Lockenstöckchen daraus.Ein Teppichmesser erweist sich dafür als sehr nützlich.Nun spitzt man mit einem Anspitzer einige Zweige an und erhält genügend Trockenspäne zum anfeuern.Als Feuerverstärker benutzt man in Vaseline getunkte Wattebälle.Von diesen lege ich 2-3 Stück in den Hobo-Ofen,darauf lege ich die Späne und darüber stelle ich die Lockenstöckchen.Jetzt entzünde ich das Feuer und es brennt wie die Hölle.Qualmt das Feuer schwenkt man den Hobo-Ofen im Kreis.Sofort lodern die Flammen wieder auf.Mit Holzkohle läßt sich die Glut recht lange halten.Ist zwar nicht alles so survivalhaft,ist aber was für die Praxis.Gruss an alle vom Eiszapfen.

hgr
30.06.2004, 12:41
Auf meinen Touren musste ich schon oft Feuer bei Regen und schlechtem Wetter machen. Wichtiger als mich lange mit der Suche nach der richtigen Holzart zu machen (was meist ja sowieso unmöglich ist, da man nehmen muss, was an der jeweiligen Stelle wächst), war mir immer das Holz richtig zu sammeln.

- Im Normalfall ist alles Holz das am Boden liegt feucht (dies gilt zumindest für den ganzen borealen Nadelwaldgürtel und nördlich davon). Holz das frei steht - also z. B. die in die Luft ragenden Äste eines gestürzten Baumes oder tote Äste an lebenden Bäumen - werden immer nur oberflächlich nass. Somit funktioniert mit diesem Holz auch die Methode mit den Fuzzy-Sticks (=die oben erwähnten Tannenbäumchen) ausgezeichnet. Aus größeren Stücken kann man natürlich auch wirklich ein Menge trockener Späne raushauen.

- Am einfachsten ist das Feuer machen bei feuchtem Wetter an oder in der Nähe von Flüssen (zumindest wenn es sich um Wildnissflüsse handelt). Man sucht sich einfach die nächste Stelle an der es Schwemmholz gibt. Nachdem Schwemmholz sich an solchen Stellen zu beträchtlichen Höhen auftürmen kann, liegen die obersten Schichten meist auch nur auf Holz und haben keinen Bodenkontakt. Ich kenne zwar nicht den genauen Grund aber Schwemmholz ist oft knochentrocken (selbst wenn es oberflächlich nass ist), hat allerdings viel seines Heizwertes verloren.

- In Nadelwaldregionen hat man meist auch noch die Möglichkeit an Harzausblühungen ranzukommen. Harz kann gleich eingesetzt werden wie Wachs.


Bez. der oben angeführten Heizwerttabelle möchte ich im Zusammenhang mit diesem Thread nur anmerken, dass ein hoher Heizwert im Normalfall heisst, dass sich damit SCHLECHT ein Feuer entfachen lässt. Dies gilt genauso für BirkenHOLZ. Bei der Birke ist es wirklich nur die Rinde die sich zum Feueranmachen eignet.

Grüsse
Hubert

Fabian Mayer
03.07.2004, 17:01
Hi.

Habe vor 3 Tagen mit Birke prima Feuergebohrt und gestern mit feuchtem Pappelholz war ich auch erfolgreich ("feucht" ist natürlich immer relativ, aber das hätte nicht feuchter sein drüfen :ohoh: )

Fabi

pcschröda
28.12.2004, 13:21
Was bitte meint ihr eigentlich mit "Lockenstöcken"? Einfach die geschälten Äste in kleinere Späne zerlegen? Oder den Ästen einfach ein paar Kerber einschnitzen?

Danke für die Hinweise,


Michael

Ruinengeist
29.12.2004, 23:05
ich hab neulich mal diese "Schweiß"-Feuerzeuge ausprobieren dürfen. Bei Regenwetter sind die Teile unglaublich nützlich.

Was sind das denn für Dinger :o ? hab ich noch nie gesehen. Tönt wirklich noch nützlich. :P