PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vidda allein im Februar


jackknife
16.12.2005, 00:20
Hallo, ich habe vielleicht vor die Hardangervidda im Februar/ März nächsten Jahres allein zu durchwaten. Ich bin mir aber noch nicht wirklich schlüssig, ob ich das allein machen soll. Stell mir das doch manchmal ziemlich langweilig vor, mit keinem sich austauschen zu können und abends nur im Buch herumzulesen. Sicher, auf der einen Seite möchte ich die Tour machen, um mal die Erfahrung zu machen, wie es ist, so 10 tage allein zu sein, auf der anderen Seite habe ich auch etwas Bammel davor.
Welche Erfahrungen habt ihr gemacht, bei euren Solotouren.
Da ich noch nie in der Vidda war, würde ich mich auch über Tips und andere Erfahrungen dazu freuen.
Danke
Matthias

blauerbembel
16.12.2005, 10:45
Hi jackknife,
zu solotouren kann ich leider nicht viel beitragen, aber es gab schonmal einen änliche thread:
http://forum.outdoorseiten.net/viewtopic.php?t=6821&highlight=solotour

10 Tage ist schon eine Menge Holz, vielleicht erstnal nicht ganz soviel vornehmen?

Gruß Lutz

Kunga
16.12.2005, 12:17
Hallo Lutz
Achim ist nicht so weit weg, komm doch mal vorbei. Ich war zwar noch nicht in der Vidda aber im Winter auf dem Kungsleden. Bei einem Diaabend, kann ich dir gerne meine Erfahrungen mitteilen.

G-ruß Ralf

Hannes1983
16.12.2005, 12:26
Hi Jackknife,

genau so ähnlich wie dir ging es mir diesen Sommer auf der Mont Blanc Runde. Ich habe ziemlich schnell gemerkt, alleine laufen ist nichts für mich. Ich brauch jmd. mit dem ich mein Erlebtes abend vorm Zelt teilen kann. Aber so ist jeder unterschiedlich. Der eine mags nicht, der andere ist gern allein unterweg. Vielleicht is es ja auch dein Ding, auch wenn de grad noch skeptisch bist. :D

Gruß Hannes

PS: Ausprobieren, mehr als schlauer zu werden und ein paar einsame Tage zu verbringen, kann dir net passieren.

Nicht übertreiben
16.12.2005, 14:52
Zur Vidda gibt es ja schon ein paar Infos, daher nur in Kurzform:

Überquerung von Haukeliseter nach Finse ist ziemlich nett, bei zuviel Neuschnee etc. kann man dann immer noch in Richtung Geilo ausweichen (weniger bergig), es entgehen einem dann aber der Gletscher (wobei der im Winter auch nicht so imposant aussieht) und der Harteigen.

Erkundige dich, ab wann die Routen markiert sind, könnte im Februar evtl. noch nicht der Fall sein, dann sind guter Umgang mit Karte + Kompass absolute Pflicht und ein GPS mehr als nur nützlich. Die bewirtschafteten Hütten sind vermutlich auch noch geschlossen. Für die unbewirtschafteten Hütten unbedingt einen Schlüssel organisieren (gegen Pfand in den DNT-Hütten, Haukeliseter z.B., kann aber durchaus passieren, dass keine mehr da sind)

Zu Wintertouren ansich braucht man dir wahrscheinlich keine Tipps mehr zu geben, nur soviel: Wenn es in der Vidda kalt ist, dann ist alles in Ordnung, wenn der Wind plötzlich vom Westen aus kommt und es warm wird, dann kannst du es dir schonmal im Zelt gemütlich machen :wink:

Zum Solo kann ich nicht viel sagen, ich würde es (zumindest so früh in der Saison) nicht machen, es gibt schon ein paar steilere Abfahrten, wenn da was passiert, bist du aufgeschmissen, ein Notrufsender oder Sat-phone gehören imo schon ins Gepäck. Die Routenverläufe der markierten Winterwege gibt es beim DNT auf der Homepage (Kvistet...), könnte ganz hilfreich sein, da die doch von Steigungen etc. ziemlich optimal sind. Die einzige Möglichkeit zum Abbrechen der Route besteht an der Straße, die die Vidda teilt (nach ca. 2/3 der Strecke und nur, wenn die Straße nicht gesperrt ist), bei guten Bedingungen dauert die Durchquerung 6-7 Tage, deine 10 Tage sind also schon ganz ok.

Anreise etc. ist hier schon ausführlich beschrieben worden, bei Fragen einfach melden.

Gruss
Thorben

Flieger
17.12.2005, 00:17
Hallo Matthias!
Ich kann zur Vidda nichts sagen, da ich dort nicht unterwegs war. Im August habe ich eine Solotour in der Femundsmarka gemacht. Meine interessanteste Erfahrung waren die sehr unterschiedlichen Empfindungen: zwischen Verzweiflung und Freude war alles dabei- Verzweiflung weil es fast nur geregnet hat und mehrmals meine Ausrüstung nass war. Freude darüber wie schön und wild die Natur da oben ist und ich sie alleine erleben darf. Keiner dabei der weiter will, da ihm z.B. der Aussichtspunkt nicht gefällt- allerdings ist auch niemand da, der einen Motiviert, wenn die Stimmung mal wieder am Nullpunkt ist.
Ich habe auch festgestellt, dass ich sehr vorsichtig war. Ich wollte eigentlich noch in das Rogengebiet, was mir allerdings wegen des ständigen Regens zu gefährlich, da zu nass, erschien. Wenn ich jemanden dabei gehabt hätte, wären wir sehr wahrscheinlich diesen Abschnitt gelaufen.
Wie ich mich in Extremsituationen verhalte war mir auch neu, denn solche Entscheidungen trifft man zu Hause doch relativ selten.
Was ich mir im Winter schwierig vorstelle, ist die Zeit im Dunkeln. Was willst Du in dieser Zeit anfangen? Außer Kochen natürlich. Man ist eh schon den ganzen Tag mit sich alleine- nur da bist Du am Laufen. Mir ist nämlich aufgefallen, dass ich morgens und abends die meisten Probleme hatte. Beim Laufen ging es- außer ab und an die Frage, warum ich mir das überhaupt antue? Der Rücken schmerzt, die Füße wollen nicht mehr, dass Wetter ist scheiße und keiner da dem ich dies ins Gesicht schreien kann.
Nichtsdestotrotz werde ich nächstes Jahr wieder alleine unterwegs sein, da es doch schön ist- trotz der Probleme, die ich ganz alleine gelöst habe. Ist gut fürs Ego
:bg:
Flieger

jackknife
17.12.2005, 00:35
Da Stelle ich mir auch als das Hauptproblem vor, den langen Abend herumzubekommen. Da nimmt allein die Bibliothek schon zwei Kilo ein, damit es nicht zu langweilig wird. Auch ist es bei kälte nicht so einfach mit der Leserei. Handschuh an, Handschuh aus, umblättern, Handschuh an.
Ja, vor diesen langen Abenden habe ich schon bammel. Auf der anderen Seite ist das schon eine coole Herausforderung. Da lernt man sich mal wirklich kennen. Von der technischen Seite, sowie von meinen Fertigkeiten her, sehe ich nicht so das Problem. Aber eben diese Abende. Da muß ich ja gleich drei Liter Rum mitschleppen, damit man schön Zeltparty halten kann.
Matthias

Ewald
17.12.2005, 04:12
Ich bin gerne alleine unterwegs. Dieses totale "auf sich selber zurückgeworfen sein", bringt MIR mittlerweile mehr Erholung, mehr Entspannung, mehr Freude ,sodas ich jedesmal zurückkomme mit MEHR ZEIT
für meine Mitmenschen. Hört sich Scheiße an, ist aber so.

JackKnife, komm doch zu Wintertreffen. Ein paar lausige Tips für die Vidda kann ich auch mitbringen. Sollen ja noch mehr Individualisten, Eigenbrötler kommen wie ich gehört habe ! Also wenn du ZEIT hast?!

Bis denne
eWALD

jackknife
18.12.2005, 00:58
wann ist denn das Wintertreffen?
Matthias

Nordland_peter
18.12.2005, 10:53
Ich war öfters solo im Sommer in Lappland unterwegs. Im Sommer trifft man Leute und kann sich unterhalten. Abends kann man vor seinem Zelt sitzten und die Landschaft beobachten. Ein sehr wichtiger Gegenstand ist mein Weltempfänger. Es ist schon amüsant in Lappland Radio Tokyo auf Deutsch zu hören. Aber der Weltempfänger kann natürlich keinen Menschen ersetzten. Im Winter sieht es anders aus mir wären die Nächte zu lang und die Natur ist sozusagen eingefroren. Da kann die Einsamkeit recht erdrückend sein und außerdem wäre mir das Risiko im Winter zu groß.

alaskawolf1980
18.12.2005, 22:53
Solo im Sommer: Ich habe es 4 Wochen Solo in Lappland ausgehalten. Man sieht zwar Leute auf Touren und außerhalb der Touren in den Orten und auf dne Parkplätzen..aber ich habe da mit niemanden geredet.. Außer ein paar Mal ne Begrüßung zu einer an der Kasse. :bg: Also nach 4 Wochen auf die Art und Weise mußte ich abbrechen. Das zermürbt einen dann doch. Besonders schlimm ist es, wenn man schon leicht "angeschlagen" dann nach 3,x Wochen dann noch eine Tour beginnt und draußen im Fjäll vor Langerweile und Redearmut beinahe einen psychischen Knacks bekommt. Ist mir bei Ammanäs geschehen.

Solo Winter: 10 Tage auf Tour im Winter wird sehr sehr schwer. Ich habe es in Lappland nur mal angetestet und es war wirklich sehr einsam..draußen in der Kälte.. keine Sau weit und breit. Man fixiert all seine Gedanken darauf, was wäre, wenn einen plötzlich kalt wird und man verzweifelt und erfolgslos versucht wieder warm zu werden. Das kann schon anstrengend sein in so einer extremen Umgebung. In der Vidda sind doch keine Bäume oder? Wenn man wenigstens immer mal an schneebedeckten kleinen Zwergbirken vorbeikommt, dann ist das ja schon eine willkommene Abwechslung, aber da wo es nur glatt ist... naja..

10 Tage Solo im Winter in Skandinavien in so einer Gegend wie der Vidda wäre meines Erachtens schon extrem... psychisch...

P.S. übernachtest du in Hütten oder im Zelt? Meine Worte beziehen sich auf 10 Tage nur Zeltübernachtungen. Wenn du natürlich auch an Hütten vorbeikommst, dann wäre das schon etwas anderes.

jackknife
18.12.2005, 23:44
Die Hütten sind alle dicht, auch wird man wohl wenig Leute treffen, also 10 Tage im Zelt. Mal sehen was kommt.
Matthias

marcus
19.12.2005, 00:06
@jackknife:

1) das winter-forumstreffen is im harz am ersten WE, glaub 06.-08. januar
siehe Laberforum. hab auch vor hinzukommen...

2) solotour im winter wäre mir auch etwas zu krass. war schon öfters
allein unterwegs, aber dann meist nur kurz für paar tage. ausrüstung
im winter ist schwerer als im herbst usw. würde das ganze erstmal bei
normalen witterungsverhältnissen testen.

3) warum guckst du dich nicht mal hier im forum um? glaub hier sind noch
einige, die begleitung für ne wintertour suchen. hätte auch gern wieder
ne wintertour gemacht, glaub das haut aber planungsmäßig nicht mehr
hin.

Flieger
20.12.2005, 09:54
Hallo Matthias!
Ich würde die Tour machen!!! Du sagst ja selber, daß Du das Know- How hast. Ich würde mir noch den Schlüssel für die unbewirtschafteten Hütten beim DNT in Oslo holen. Wenn Du besonnen an die Sache rangehst-das Zelt lieber mal zu früh aufbaust, wenn ein Schneesturm kommt, und nicht versuchst, die nächste Hütte unbedingt zu erreichen,dann dürfte ja nichts passieren-bzw. bist Du auf der sicheren Seite.
Die Erfahrungen die Du machen wirst sind einmalig und lohnenswert! Ich möchte auch mal eine Wintertour machen-bin noch am überlegen, wie ich meinen Schlafsack upgrade.
Wie willst Du denn laufen? Schneeschuhe, Tourenski...?
Mfg Flieger!

jackknife
20.12.2005, 18:03
Mit Tourenski und Rucksack. Wollte versuchen mit 25Kg hinzukommen. Da ich nun aber gehört habe, es gäbe keinerlei Einkaufsmöglichkeiten, um vielleicht etwas Nahrung nachzukaufen, sehe ich doch wohl eher etwas schwarz mit der Gewichtskalkulation. Mal sehen, ob das alles klappt. Da ich jetzt noch nicht absehen kann, ob ich ende Februar überhaupt zwei Wochen Zeit habe, besteht auch noch Plan B, der da eine Harzdurchquerung wäre. Auf jeden Fall muß ich noch raus.
Matthias