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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Super Ultralight im Winter


Carsten010
13.11.2005, 13:01
Hallo zusammen,

ein Blick in die Staaten bringt immer wieder neue Ultralight-Projekte zum Vorschein.

Erst vor Kurzem wurde hier im Forum auf eine XUL (Extreme Ultralight) Aktion von
Glen van Peski (dem Gründer von Gossammer Gear) aufmerksam gemacht. Unter 4
amerikanischem Pfund (unter 1800 Gramm) für 1 Wochenende in sommerlichen
Gefilden ist schon der Hammer.

Doch die Spirale dreht sich längst weiter. Jetzt gibt es bei Backpackinglight ein
Extreme Winter Ultralight Projekt. Die besten Lösungen werden dort noch
diskutiert, aber es wurden schon unter 8 Pfund in die Runde geworfen.

Wir dürfen gespannt sein. Für eine "normalere" Ultralight-Ausrüstung empfehle
ich einen Blick auf die Packliste von Andrew Skurka für den Winter.

Ein Kumpel und ich wollen diesen Winter auch wieder ein verlängertes WE in den
Böhmer Wald und überlegen gerade auch, ob wir komfortabel oder ultraleicht unterwegs
sein wollen...

XUL im Forum
http://forum.outdoorseiten.net/viewtopic.php?t=10425&highlight=ultralight

Winter XUL bei Backpackinglight.com
http://www.backpackinglight.com/cgi-bin/backpackinglight/xdpy/forum_thread/1435/index.html

Andrew Skurska Winterpackliste leicht
http://www.andrewskurka.com/assets/C2C/gearlists/winter.jpg

Christine M
13.11.2005, 13:41
Immer wieder interessant, auch wenn es mir persönlich etwas zu "extrem" ist. Aber ich würde mir wünschen, daß sich der deutsche Markt mal ein bißchen in diese Richtung orientieren würde und Gewicht als wesentlichen Faktor miteinbezieht; hier ernte ich im Laden immer noch erstaunte Blicke, wenn ich mich für das Eigengewicht eines Rucksacks interessiere und auf den Standpunkt stelle, daß 1.750 g für einen 35L-Rucksack wirklich nicht sein müssen. :-? Von den Phantasieangaben der Hersteller mal ganz zu schweigen.

Christine

Snuffy
13.11.2005, 16:18
Nunja ob ich das
http://www.backpackinglight.com/cgi-bin/backpackinglight/00172.html
als echtes Winterzelt durchgehen lasse sollen? :roll:
Ein zwei Tage mag es gehen aber 2 Wochen damit, neeee. Das hat nichma Snowflaps da zieht es unten richtig schön durch

Is das die RidgeRest die ich kenn dann auch nich -20 damit.

Er schreibt ja auch das soll bis -30C reichen. Nunja mach mal.

Die genannte Kleidung kenn ich zu wenig um da was dazu schreiben zu können.


Gleiches gilt auch für die Sommer UL Jungs. Das ist alles ganz schön grenzwertig(Tempmäßig) und 3-5 Tage mag das alles gehen aber wenn man, so wie die meisten hier, länger unterwegs ist verstehe ich unter Urlaub was anderes. Errinnert mich eher an die Extremtemp Angabe bei Schlafsäcken man stirbt zwar nich aber Komfort is was anderes.


Snuffy
der wo nix desto trotz auch aufs Gewicht achtet

Carsten010
13.11.2005, 17:13
Oware Alphamid...

Hatte Andrew Skurska schon mehr als ein verlängertes Wochenende
im Schnee im Einsatz. Mehrere Wochen am Stück, um genau zu sein.

Das Extreme Ultralight nicht was für jeden ist, sollte klar sein. Auch ich
bin nicht so leicht unterwegs, will das auch gar nicht sein. Für mich
soll es genau so leicht sein wie ich es mag.

Finde die Ansätze und Umsetzungen aber immer sehr interessant.

CU

Carsten

13.11.2005, 17:48
Habe in Lappland jemand getroffen der super- ultralight unterwegs war,
und der konnte keine Fotos mehr machen weil die Hände so gezittert haben.
Und hat sich dann über meine Daunenjacke lustig gemacht.
Ich hoffe er ist heil da raus gekommen.
Will sagen: irgendwo ist eine Grenze bei der es gefährlich bzw. leichtsinnig wird ;-)

Peter

felö
13.11.2005, 21:01
Wo die persönliche Grenze liegt, ist sehr unterschiedlich. Ich würde auf einen warmen Schlafsack Wert legen, da mir die Nachtstunden wichtig sind und man nach anstrengenden Tagen schneller friert.
Bei einigen Dingen wäre es mir auch wichtiger, daß sie zuverlässig sind, Leichtigkeit wäre für mich sekundär. ABER: Man kann schon viel Gewicht sparen, wenn man bei Neuanschaffungen etwas darauf achtet, ohne eine Funktionseinschränkung zu haben. Vor 15 Jahren war ich noch mit Wollpullover unterwegs und habe auf alpinen Touren einen 65l Rucksack dabei gehabt, obwohl die Übernachtung auf Hütten war. Heute habe ich´s schon geschafft Zelt, Klettersachen, Schlafsack, usw. im 45l Rucksack zu transportieren und hatte nicht das Gefühl auf etwas verzichtet zu haben.

Auch die Umgebung spielt eine Rolle. Gibt´s die Möglichkeit eine Schneehöhle zu bauen, bzw. will man auf andere Art und Weise eine Unterkunft bauen - Übernachtung ohne Zelt und Tarp.
Wie lange ist man unterwegs? Wie abgeschieden ist die Gegend, in der man unterwegs ist?

Viel Spaß beim Gewicht einsparen

Felö (der 4 Pfund für etwas sehr sparsam hält)

Thomas75
15.11.2005, 13:10
Mit 8kg kommt Andrew Skurska aus, davon über 1kg für seinen Fotokram - das ist ja schon beeindruckend.
Aber wie macht er das? Ich habe mir mal seine Liste angeschaut...
- Weglassen was man nicht unbedingt braucht. Er hat ja nocht mal Ersatzsocken dabei! Und "1. Hilfe Set" ist bei ihm ein Notrufsender und ein bisschen Klebeband. Ersatzakku für die Kamera - was ist das? usw.
- Eingeschränktes Einsatzgebiet: mit diesem Zelt möchte ich keinen Sturm oberhalb der Baumgrenze erleben müssen...
- Leichtigkeit vor Sicherheit. Mit Turnschuhen eine Schneeschuhtour machen?
- Leidensfähigkeit. Der Schlafsack hat seine Kompforttemperatur ja deutlich über den von Andrew angegebenen Nachttemperaturen. Dazu noch die dünne Isomatte - ich kann mir nicht vorstellen dass das sehr komfortabel ist, zumindest in den kalten Nächten.
- Und vom Rest das leichtestet was es gibt.

Carsten, weisst Du mehr über Andrews Tour? Hat er z.B. hin und wieder in Hütten o.ä. übernachtet um sich zu regenerieren? War er eher in bewohnten oder unbewohnten Gegenden unterwegs? Ist er auf Wegen oder querfeldein gegangen, waren dort viele andere Leute zu treffen? Das sind ja durchaus Fragen, die die Liste in einen Kontext stellen können.

Naja, ich glaube, so wäre das nichts für mich. Dazu bin ich zu komfortorientiert (ist ja Urlaub, und keine Flucht). Und denke zu sehr über den worst-case nach. Z.B. ins Wasser zu fallen, oder drei Tage im Sturm im Zelt festsitzen usw. Und auf solche Situationen möchte ich vorbereitet sein, sie (so weit es geht) selbst zu lösen. Und nicht nur den PLB anschalten und mich ausfliegen lassen.
Trotzdem werde ich vor der nächsten Tour meine Liste mal mit kritischen Augen ansehen. Da lässt sich sicher noch das ein oder andere einsparen... :D

Viele Grüsse,
Thomas


PS: Die "XUL im Winter"-Diskussion zu lesen war mir zu mühsam. Ich nehme an, Du, Carsten, verfolgst sie? Vielleicht kannst du uns ja mal eine Zusammenfassung geben.

Carsten010
15.11.2005, 22:58
@Thomas 75

Ich habe auch Interviews mit Andrew Skurska gelesen in denen er deutlich sagt, dass
hinter seiner Ausrüstung für den C-2-C eine Menge Erfahrung aus anderen Thruhikes
wie z.B. dem Appalachian Trail steckt. Man geht nicht sofort ultralight weg, sondern
nähert sich nach und nach einem deutlich leichteren Gewicht als früher.

Auf seiner Reise hat Andrew primär draussen und selten in Sheltern oder sogar
Hostels geschlafen. In einem Interview sagte er, dass er im Schnitt alle 1000 Meilen
einen anderen Hiker getroffen hat.

Einfach mal die Bilder auf seiner Homepage anschaun, um einen Eindruck von der
Wildnis zu bekommen, die Andrew durchwandert hat.

Ich schweife ab, weil ich soviel Respekt und Bewunderung vor Leuten wie Skurka,
Robinson und vor allem Williamson habe...

Ich halte Euch über Extreme Ultralight im Winter auf dem Laufenden. Gerade kam nicht
viel Neues rein.

CU

Carsten

Interview mit Andrew Skurka
http://www.nationalgeographic.com/adventure/0508/walk_the_walk.html

jackknife
16.11.2005, 02:02
ich hänge bei 13kg Gepäck fest. Absolut wintertauglich, Nahrung und Brennstoff für sechs Tage, wintertaugliches Zelt ( Ringstind2 ), Apache SMF, Downmat 7, Msr Blacklite mit zwei Töpfen, Termosbecher, Essnapf, Besteck, Lowe Vision 40, sowie noch einen halben Liter Rum dabei. Dieses Gewicht nehme ich nicht mal richtig auf dem Rücken war, will meinen, das mir abends nichts schmerzt. Habe aber allen Komfort dabei. Wieso soll ich dann mit nur einer halbfertigen und unausgegorenen Ausrüstung losgehen, die nur aus faulen Kompromissen besteht. Dann kann man ja auch noch das Zelt weglassen, weil man sich ja eine Laubhütte im Wald bauen kann. Wo wir gerade dabei sind, den Schlafsack kann man auch weglassen, wenn man die Laubhütte so eng wie einen Bivacsack baut. Essen braucht man ja auch nicht unbedingt, so ca 20 Tage hält man schon durch. Da man dann ja eigentlich nichts mehr braucht, kann man ja auch den Rucksack weglassen. Eigenlich braucht man nur ein Feuerzeug und ein Taschenmesser, sowie die Klamotten am eigenen Leib, Scurka du alte Lusche :ill: :wink:
Matthias

Snuffy
16.11.2005, 03:02
Hmm offensichtlich gibts unterschiede was man als Wintertour ansieht. : )
Wenn nen halber Meter Schnee liegt is das mit Laub eher schwierig und der Apache würde mir ja bei um Null Grad hoher Luftfeuchtigkeit und nach einem anstrengenden Tag vll auch schon grenzwertig(nich kalt, aber auch nich warm).


Snuffy

Carsten010
16.11.2005, 09:31
@jackknife

Wenn man bei Dir Essen und Sprit abzieht, dann bist Du aber auch schon in sehr sehr
leichten Regionen.

Und rüttel mir nicht an meinem Buddha Skurka, der war mehr als 300 Tage unterwegs und
hat nen ganzen Winter in der Konfiguration mitgemacht ;-)

CU

Carsten

friewu
16.11.2005, 10:31
Naja, zum Glück sind die persönlichen Ansprüche sehr verschieden. Ich kann es mir nicht vorstellen mit einer so extrem leichten Ausrüstung einen ganzen Winter unterwegs zu sein (außer am Äquator :bg: ).
Mal ganz im ernst, klar kann man so ein paar Tage draußen übernachten, doch irgendwann (nach 1-2Wochen) ist auch der besttrainierteste Körper ausgelaugt und physiologische Grenzen lassen sich nicht ausschalten.

@carsten: Wie hat er es mit dem Essen gemacht? Ist er in eine Kneipe gegangen? :bg: Du schreibst ja selber, daß man damit schon wesentlich weiter hoch kommt im Gewicht. :wink:

Gruß Uwe

Carsten010
16.11.2005, 10:50
@friewu

Essen ist nicht miteingerechnet bei Skurka, deswegen habe ich ja
auch gesagt, dass Jackknife runtergerechnet auch sehr sehr leicht
unterwegs ist.

Natürlich hatte Skurka auch Lebensmittel mit, wobei dieses Gewicht
ja immer von einem Resupply-Punkt zum nächsten deutlich abnimmt.

Weitwanderer nehmen in der Regel auch immer ordentlich Lebensmittel
mit, weil man auf so langen Touren einfach ein paar Kalorien brauch.

Skurkas Lieblingsgericht? Idahoan Mashed Potatoes in einer
Weizenmehl-Tortilla....Ich liebe das :-)

CU

Carsten

jackknife
17.11.2005, 01:45
Den Apache kann man ganz locker bis -10° benutzen. Da die Downmat 7 aber sehr warm ist, traue ich der Geschichte eigentlich noch mehr zu. Gut, dann vielleicht noch einen Fleecepulli dazu.
Matthias

Lightfoot
24.01.2006, 23:08
3 Monate nach dem letzten Beitrag, aber ich hätte doch mal eine Frage an jackknife:

Wie kriegst Du die beschriebene Ausrüstung in (an?) einem Lowe Vision 40 unter?

Mein Traum wäre es, ähnlich klein packen zu können.

Mein Marmot Rock Horn (ka, wie groß, aber erheblich größer als 41 Liter) ist -mit 6 kg Essen und Wasser- schon für eine Frühjahrstour ohne richtiges Zelt und mit leichterer Matte voll und 13 kg schwer, heul.

chinook
24.01.2006, 23:50
Mal ne Querfrage:

Warum kocht niemand über einem offenen Feuer? Gesetzgebung? Es gibt doch auch Länder, wo es unproblematisch sein sollte ein (ganz kleines) Feuer aus Zweigen zu machen. Dann sparte man u.U. den Kocher, das Brennmaterial und würde mit einem kleinen Titantopf auskommen.

-chinook

jackknife
25.01.2006, 01:10
So, mal eben zu der Feuerfrage, ich habe meinem Freund Christoph vor einer Woche mit auf Tour in den Harz genommen. Es war seine erste Tour. In seinem Kopf schwelgte auch dieser Feuerkrams herum. Um auf ihn einzugehen, habe ich dann nach einem langen und kalten Tag, mit genug Kilometern um Christoph mal an seine Grenzen zu bringen, dann noch ein Feuerchen entfacht. Chris und ich haben dann erst mal über 50 cm Schnee auf über einem m² ausgehoben, ein Tannenbett gemacht, Feuerholz gesucht,
Feuer angemacht. Die ganze Aktion hat über zwei Stunden gedauert. Chris legte sich dann erst mal in seinen Schlafsack, weil es auf 800 m doch empfindlich kalt über den Berg zog, und selbst am Feuer einen nicht richtig warm wurde. Gekocht haben wir dann doch auf dem Kocher im Zelt. Erst da wurde einem wieder warm.
Feuer sind im Winter oftmals contraproduktiv. Viel Aufwand für wenig Gewinn.

Zu der Vision 40 Frage. Ich gehe diesen Sonntag wieder in den Harz, diesmal habe ich den Apache aber gegen den Antelope Sdl ausgetauscht.
Als Liner im Rucksack habe ich einen großen Klarsichtbeutel aus Plastik, dadurch wird der Rucksack wasserdicht und dieses ist die leichteste Methode um alles trocken zu halten. Unten dann der Schlafsack im Packbeutel, darüber die Downmat, die MH Primaloftjacke ( super klein, leicht und warm ) und der kleine Sack mit einem paar dicken Ulfrotteesocken, OR pro Handschuhen, Inlet, Packtowel, Zahnbürste/ Pasta, rechts und links daneben die Brennstofflasche mit Pumpe und Alfi Thermoskanne 1l. Als nächste Lage kommt das Helsport Ringstind 2. Die Stangen sind außen an der Seite. Ebenso 8 Hilleberg Schneehäringe. Das MSR Blacklite mit Esschale, Spork, Holzspatel, Zange und Optimus Nova drinnen, kommt auch noch drauf. Darauf dann noch der Beutel mit Happahappa für drei Tage. Zusätzlich habe ich noch eine dünne Evamatte 350g. außen aufgerollt am Rucksack. In der kleinen Fronttasche steckt ein Mankell gegen Langeweile abends, zwei Kerzen und eine Volvic 0,5l als Pinkelflasche. An der Seite rechts ist meine Gorejacke befestigt.
In dem Deckelfach habe ich etwas Verbandszeug und anderen Reparaturkleinkram im Ziplockbeutel, Petzl Tikka XP und die Aladintasse mit Deckel.
Taschenmesser am Schultergurt in Messertasche.
Rund 14 KG wiegt der Spaß.
Matthias

Lightfoot
25.01.2006, 09:52
@ Matthias:

Respekt, Respekt, ich muß mal besseres Packen üben.

Hattest Du übrigens schon mal Probleme beim Übernachten im Harz? Ich kann das Campen in Deutschland irgendwie nicht so recht genießen, weil es illegal ist.

Ich baue mein Lager immer erst in der Dämmerung auf (meist nur Biwaksack, evtl. Poncho drüber gespannt) und versuche möglichst früh wieder unterwegs zu sein. Dazwischen liege ich vor Angst bibbernd im Schlafsack und lausche auf die sich nähernden Schritte von Förstern oder Jägern (waren bisher real dann doch immer Vögelein o.ä.). :bg:

jasper
25.01.2006, 11:15
Irgendwie hat sich bei mir bis jetzt immer ein Satz frische und saubere Klamotten bewährt, um sich mal ordentlich anzuziehen, wenn man einen Resupply macht oder zur An- oder Abreise. Manchmal finde ich das schon widerlich, wie Leute stinken, wenn sie auf dem Trail unterwegs sind.

Light oder teilweise Ultra-Light ist ok, doch ich bin immer noch im Urlaub und das ganze soll ja noch ein Genuss sein! Und gerade im Winter nehm ich doch eine Lage mehr zum Einpacken mit, als dass ich mir tagelang den Arsch abfriere, wenn mal ein Kälteeinbruch kommt.

Hab mir auf jeden Fall vorgenommen, das nächste Mal wieder ein paar Sachen leichter zu packen und wieder ein paar Trümmer daheim zu lassen. Der erste Schritt war schon mal das Wiegen der kompletten Ausrüstung. Da sieht man erst mal, was manche Dinge wiegen!

Aber wie oben schon beschrieben ist, dass ganze sollte Schritt für Schritt geschehen damit man sich an seine Ausrüstung gewöhnen kann.

Sollte wie beim AT die Übernachtung in Sheltern möglich sein, ist die ganze Sache auch bei Schlechtwetter nochmal um einiges leichter. Auf Dauerregen und Ultra-Light hab ich einfach keine Lust. Hab aber auch noch nicht gehört, dass jemand gesagt hätte, es ginge genausogut, wie mit normaler Ausrüstung. Ohne Sachen zum Wechseln bekommt man sich halt nicht mehr trocken.

MfG,

Jasper

jackknife
25.01.2006, 11:45
Zu den Ersatzklamotten, hatte ich früher auch mit, aber seit dem ich ein Icebreakershirt aus Merinowolle trage, stinke ich nicht mehr, ich meine mit nicht mehr - gar nicht!!!
Mein Kumpel Chris hat gestunken wie ein Puma in seinem Kunstfasershirt.
Vorher hatte ich auch immer ein Reservehemd dabei.

Ich finde, das ich nicht ultraleicht laufe, ich habe allen Komfort dabei, ein vernünftiges Zelt, angemessener Schlafsack, Thermoskanne, Pinkelflasche, sogar Rum und Kakao. Man kann sicher noch einiges leichter machen, was dann aber gerade im Winter wohl doch ein riesiger, fauler Kompromiss ist.

Zum Schlafen im Harz, wir wurden mal morgens um sieben von Forster und Försterin samt Deutschdrathaar angemotzt. Die meinten, wenn das hier jeder machen würde. Da hatten wir minus 10°, Schnee usw.
Worauf wir meinten, daß wir wohl scheinbar näher an der Natur sind, wie die Förster. Sein Problem war aber die Ecker, die sich zwischen uns befand.
Dadurch konnte er nicht herüberkommen und unserer habhaft werden.
Wir grinsten nur und fragten, ob er den schon mal hier im Winter übernachtet hätte. Hatte er aber noch nicht, war dann auch richtig sauer,
merkte wohl den falschen Ansatz, da wir wohl keinen Ölwechsel im Wald gemacht hatten.
Ganz ehrlich, Jäger und Förster fürchte ich nicht, gut, ich mache aber auch keinen Lärm, verhalte mich unauffällig, keine exponierten Schlafplätze, lieber im Dickicht. Feuer mache ich auch immer nur an Stellen, die nicht einsehbar sind. Dann wird man auch nicht bemerkt.
Aber so wie du schreibst, mit Bivacsack und Poncho, das ist ja schon fast tarnen, ne, da baue ich gelassen das Zelt auf. Und wenn Freund Forstmann kommt, dann lade ich ihn auf einen Schluck Lumumba ein, und erkläre ihm, daß ich keinen Mist baue, müde bin und morgen früh weiter gehe, sowie meine restlichen Sintifreunde auch nicht erscheinen werden.
Matthias

xaver
25.01.2006, 14:53
Irgendwie hat sich bei mir bis jetzt immer ein Satz frische und saubere Klamotten bewährt, um sich mal ordentlich anzuziehen, wenn man einen Resupply macht oder zur An- oder Abreise. Manchmal finde ich das schon widerlich, wie Leute stinken, wenn sie auf dem Trail unterwegs sind.



Das ist kein Gestank, dass ist der Duft von Freiheit und Abenteuer :bg:

Thomas75
25.01.2006, 15:21
Mal ne Querfrage:

Warum kocht niemand über einem offenen Feuer? Gesetzgebung? Es gibt doch auch Länder, wo es unproblematisch sein sollte ein (ganz kleines) Feuer aus Zweigen zu machen. Dann sparte man u.U. den Kocher, das Brennmaterial und würde mit einem kleinen Titantopf auskommen.

-chinook
Wie Jackknife schon sagte - grosser Aufwand und kleiner Gewinn. Ich habs aber trotzdem schon gemacht. Weniger, um ein Kilo im Rucksack zu sparen, mehr, weil es angenehm ist, am Feuer zu sitzen.

jackknife
26.01.2006, 15:39
Bloß das es manchmal trotz Feuer sch**ßkalt ist. Bei tollen lauen abenden immer, aber im Winter, mit Schnee und Wind habe ich mir jenes abgewöhnt.
Matthias

Hawe
26.01.2006, 15:47
Ich gebe ja zu, dass es urgemütlich sein kann, am knisternden Feuer zu sitzen, über sich den Sternenhimmel... im Winter trifft das aber ziemlich an die Grenzen.
Höchstens schön muckelig in den Schlafsack eingepackt noch ein bischen dem kunstvoll gebauten Feuerchen zusehen...
Wobei das für die Wärme natürlich nix bringt, höchstens fürs gefühl.
Zum Heizen in einem Grosszelt im Winter mag ein Feuer ja brauchbar sein, zum Kochen oder ausserhalb eines Zeltes halte ich es für Nonsense

Grüsse
Hawe

jackknife
29.01.2006, 16:59
hier noch mal ein paar Bilder von meinem 40l Vision von Lowe, entpackt und gepackt.
http://foto.arcor-online.net/palb/alben/97/547597/400_3833643961643439.jpg

[img]http://foto.arcor-online.net/palb/alben/97/547597/400_3132323330663462.jpg

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/97/547597/120_3263656265623735.jpg
http://foto.arcor-online.net/palb/alben/97/547597/400_6466336539376133.jpg

jackknife
29.01.2006, 17:06
Scheiße, habe da was falsch gemacht jetzt aber keine Zeit und Lust mehr, werde das berichtigen, aber erst Donnerstag, wenn ich aus dem Harz zurück bin

Nicht übertreiben
29.01.2006, 17:17
hier noch mal ein paar Bilder von meinem 40l Vision von Lowe, entpackt und gepackt.
http://foto.arcor-online.net/palb/alben/97/547597/400_3833643961643439.jpg

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/97/547597/400_3132323330663462.jpg

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/97/547597/120_3263656265623735.jpg
http://foto.arcor-online.net/palb/alben/97/547597/400_6466336539376133.jpg

Lightfoot
30.01.2006, 09:24
Beeindruckend.

Sag mal Jackknife, Du schreibst irgendwo, Du wärest meist im Winter unterwegs, aber worin verpackst Du denn Deine Sachen für ne Sommertour - im 15 Liter Daypack? :P

jasper
30.01.2006, 10:21
Sag mal Jackknife, Du schreibst irgendwo, Du wärest meist im Winter unterwegs, aber worin verpackst Du denn Deine Sachen für ne Sommertour - im 15 Liter Daypack?

Wahrscheinlich so (http://www.gossamergear.com/cgi-bin/gossamergear/Photos_sub4.html)!

http://www.gossamergear.com/gossamergear/images/Glen_weigh_in-100.jpg

MfG,

Jasper

Lightfoot
30.01.2006, 12:40
Hihi, ein deutscher Glen van Pleski. :wink:

underwater
30.01.2006, 12:57
@jackknive: Schön, aber ich sehe keine Nahrung?!?!

Becks
30.01.2006, 14:22
Die einfachste Methode, Gewicht zu sparen ist: auf Tour gehen. Man merkst nach ein paar Touren was mit muß und was nicht. Die UL-Winterliste sieht imo auf den ersten Blick beeindruckend aus, ist aber nur beschränkt auf z.B. meine Touren übertragbar. -5°C Komfort und ne Ridge-Rest mag woanders gehn, ist aber in den Alpen sogar im Sommer tw. nicht akzeptabel (z.B. Beim Pennen auf einem Gletscher).
Es fehlt auch das was bei mir das meiste Gewicht ausmacht: Sicherheitsgeraffel. Wenn der Bursche noch eine stabile Schaufel, Lawinensonde, Skier oder Schneeschuhe, Gurt, Seil usw. dazu rechnet liegt er auch in dem Bereich was ich so trage.
Ach ja - die Titangabel halte ich für übertrieben.

Alex

Lightfoot
30.01.2006, 15:49
Jetzt muß ich den armen Andrew S. aber mal verteidigen. :wink:

Ich glaube, die von ihm gemachten Strecken sind nicht so technisch anspruchsvoll wie in den Alpen, vielleicht brauchte er da viele Sachen nicht.

Sein Schlafsack geht, so verstehe ich das, bis -5 Grad Fahrenheit, also bis ca. -20 Grad Celsius. Die Extremtemperaturen mögen zwar mal tiefer gewesen sein auf seinen Touren, aber dann hat er sicher alles angezogen, was er hatte (bibber).

Die Ridgerest ist die dicke Ausführung, die angeblich wintertauglich sein soll (für mich aber bestimmt nicht) Shurka muß ein harter Hund sein. :bg:

Zu seinen Turnschuhen (bemängelt auf der ersten Threadseite) hat er ja noch Überschuhe dabei.

Insgesamt finde ich Shurka nicht ganz so leichtsinnig, obwohl ich mich niemals trauen würde, im Winter so leicht zu gehen (daher gehe ich lieber gar nicht). Ich habe aber auch nicht die Erfahrung, die ich Shurka zutraue.